Palembang ist die Hauptstadt von Südsumatra und nach Medan die zweitgrößte Stadt der Insel. Sie war der Sitz des Seereiches Sriwijaya und liegt am breiten Fluss Musi. Die Ampera-Brücke, die Festung Kuto Besak, die Pagode auf der Insel Kemaro und die Fischspezialität Pempek machen sie zu einem eigenständigen Reiseziel.
| Lage | Am Fluss Musi, Hauptstadt der Provinz Südsumatra |
| Größe | Zweitgrößte Stadt Sumatras nach Medan |
| Wahrzeichen | Ampera-Brücke (1.177 Meter lang) über den Musi |
| Sultanat | Palembang Darussalam, 1550 bis 1823 |
| Insel im Fluss | Kemaro mit neunstöckiger Pagode |
| Spezialität | Pempek mit Cuko-Soße |
| Nahverkehr | Erste Stadtbahn (LRT) Indonesiens, verbindet Flughafen und Zentrum |
Wer Sumatra bereist, denkt zuerst an Vulkane, Seen und Regenwald. Palembang zeigt eine andere Seite der Insel: eine Flussstadt mit tausendjähriger Geschichte, mit Märkten unter einer Brücke, mit Booten, die Waren auf dem Wasser verkaufen, und mit einer Küche, die weit über die Provinz hinaus bekannt ist. Die Stadt eignet sich für zwei bis drei Tage, als Zwischenstopp auf einer Sumatra-Rundreise oder als Ausgangspunkt für einen Abstecher in die Provinz. Diese Seite zeigt dir, was du siehst, was du isst und wie du dich zurechtfindest.
Was verbindet Palembang mit dem Reich Sriwijaya?
Palembang ist eine der ältesten Städte Sumatras. Sie war der Sitz des Reiches Sriwijaya, das vom 9. bis zum 11. Jahrhundert die Gewässer rund um Sumatra beherrschte und seinen Einfluss bis zur Straße von Malakka ausdehnte. Sriwijaya war ein reicher Handelsplatz und zugleich ein bedeutendes Zentrum buddhistischer Gelehrsamkeit. Mönche aus China, Indien und Java kamen, um hier die Lehre zu studieren.
Ein bekannter Besucher war der chinesische Mönch I Ching. Er hielt sich im Jahr 671 sechs Monate in Palembang auf, bevor er nach Indien weiterreiste. Er berichtete, in der Stadt lebten mehr als 1.000 buddhistische Mönche, und er riet chinesischen Mönchen, vor der Weiterreise nach Indien in Palembang Sanskrit zu lernen. Aus dieser Zeit sind nur wenige Bauten erhalten. Wer steinerne Zeugnisse sucht, findet sie eher in den Museen der Stadt als im Stadtbild.
Spätere Epochen haben deutlichere Spuren hinterlassen. Im 15. Jahrhundert besuchte Admiral Cheng Ho die Stadt, der Gesandte des chinesischen Kaisers; die Cheng-Ho-Moschee wurde ihm zu Ehren gebaut. Zwischen 1550 und 1823 herrschte das Sultanat Palembang Darussalam, dessen Festung und Museum du heute besuchen kannst. Die Traditionen aus der Zeit der Fürsten leben weiter: Songket-Stoffe mit Gold- und Silberfäden, Lackarbeiten, höfische Tänze und aufwendige goldene Festgewänder gehören bis heute zur Kultur der Stadt. Mehr zur Geschichte der Insel findest du auf der Seite Sumatra.
Was erlebst du am Musi und an der Ampera-Brücke?
Der Musi entspringt im Gebirge Bukit Barisan, nimmt unterwegs unter anderem die Flüsse Ogan und Komering auf und wird bei Palembang zu einem breiten Strom. Wegen der vielen Nebenarme und Wasserläufe trägt die Stadt den Beinamen „Venedig des Ostens“. Das Leben spielt sich bis heute am Wasser ab: Pfahlhäuser stehen an beiden Ufern, dazwischen liegen jahrhundertealte chinesische Ladenhäuser, und Boote ziehen den ganzen Tag über den Fluss.
Das Wahrzeichen ist die Ampera-Brücke. Sie ist 1.177 Meter lang und verbindet die beiden Stadtteile Seberang Ulu und Seberang Ilir. Die Palembanger sehen in ihr ein Symbol für den Aufschwung ihrer Stadt. Am schönsten wirkt sie nach Sonnenuntergang, wenn bunte Lichter sich im Wasser spiegeln. Neben der Brücke verkaufen Händler ihre Waren von Booten aus, und unter der Brücke liegt der traditionelle Markt Pasar 16 Ilir. Dort findest du Songket-Stoffe, Kunsthandwerk und Snacks. Zum Fotografieren eignet sich die Zeit kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Uferpromenade sich füllt und das Licht über den Pfahlhäusern weich wird.
Eine Bootsfahrt auf dem Musi gehört zu jedem Besuch. Die traditionellen Boote fahren ab dem Ufer bei der Festung Kuto Besak flussabwärts in Richtung der Insel Kemaro. Unterwegs siehst du, wie die Menschen am Ufer waschen, fischen und Waren umladen. Der Fluss ist die Lebensader der Stadt, und von der Wasserseite erkennst du am besten, wie eng Häuser, Märkte und Anlegestellen verwoben sind.

Warum lohnt die Insel Kemaro?
Die Insel Kemaro liegt mitten im Musi und ist von der Festung aus mit dem Boot erreichbar. Auf ihr stehen Pagoden und chinesische Tempel; das bekannteste Heiligtum ist der Tempel Hok Cing Bio. Das Wahrzeichen ist eine neunstöckige Pagode. Um die Insel rankt sich eine Legende über die Liebe zwischen der Tochter eines Königs von Palembang und einem chinesischen Kaufmann. Die Pagode steht für Liebe und für die kulturelle Vermischung im Gebiet des alten Sriwijaya.
Besonders voll wird die Insel zum Fest Cap Go Meh, das zu den chinesischen Neujahrsfeiern gehört. Dann kommen Besucher aus Palembang, von Java und Kalimantan und sogar aus Singapur, Malaysia und Thailand. Wer Ruhe sucht, plant den Besuch an einem gewöhnlichen Tag und nimmt eine der frühen Fahrten. Mehr zu den religiösen Traditionen des Landes findest du auf der Seite Religion.
Welche Festung, Moschee und Museen besuchst du?
Die Festung Kuto Besak steht am Ufer des Musi und war das Verteidigungszentrum des Sultanats Palembang Darussalam, das von 1550 bis 1823 herrschte. An jeder Ecke sichern Bastionen die Mauern. Die westliche Bastion ist größer und ähnelt Festungen in anderen Teilen Indonesiens, die anderen drei sind architektonisch eigenständig. Nachts wird die Festung angestrahlt, dann glänzen die Mauern. Die Uferfläche davor dient für Kulturveranstaltungen, und Straßenhändler verkaufen dort Spezialitäten der Stadt. Du isst Pempek und siehst dabei die Boote auf dem Fluss vorbeiziehen.
Die Große Moschee (Masjid Agung) liegt in der Nähe der Festung. Ihre Architektur verbindet einheimische, chinesische und europäische Elemente und ist ein gutes Beispiel für die Mischung, die Palembang prägt. Beachte beim Besuch die Regeln für Moscheen: bedeckte Schultern und Knie, Schuhe aus.
Das Museum Sultan Mahmud Badaruddin II steht am Ufer des Musi. Schon das Gebäude ist ein Denkmal aus der Blütezeit des Sultanats. Die Sammlung umfasst 368 Stücke. Die Ausstellung führt von der Zeit Sriwijayas über das Sultanat Palembang Darussalam und die niederländische Kolonialherrschaft bis zur japanischen Besetzung und den ersten Jahren der Unabhängigkeit. Wenn du nur ein Museum besuchst, nimm dieses, weil es die Stadtgeschichte in einem Rundgang bündelt. Der Hintergrund zu dieser Zeit steht auf der Seite Geschichte.
Ein besonderes Ziel ist Al-Qur’an Al-Akbar, bekannt für riesige Holzschnitzereien mit Koranversen. Für Erholung sorgt der Waldpark Punti Kayu mit großen Grünflächen und vielen Fotopunkten. In Jakabaring Sport City fanden Wettbewerbe der Asienspiele 2018 statt; die großen Stadien und das gepflegte Gelände eignen sich für einen Spaziergang oder Sport.
Was isst du in Palembang?
Das Hauptgericht der Stadt ist Pempek, ein Fischteig aus Makrele oder Tenggiri-Fisch und Tapiokamehl, gewürzt mit Salz, Knoblauch und Zucker. Außen ist er knusprig, innen weich. Dazu gibt es Cuko, eine dunkle, säuerlich-scharfe Soße aus Palmzucker, Essig, Tamarinde, Knoblauch und Chili. Eine Spezialität ist Pempek Kapal Selam, das „U-Boot-Pempek“. Das Gericht spiegelt den Fischreichtum des Musi und den chinesischen Einfluss in der Stadt.
Weitere Gerichte, die du probieren solltest:
- Pindang Patin und Pindang Tulang: Fisch- und Knochensuppen mit südsumatranischen Gewürzen, der Patin ist ein Wels.
- Tekwan: eine leichte, aromatische Suppe mit Fischklößchen.
- Mie Celor: Nudeln in einer dicken Garnelenbrühe, ein beliebtes Frühstück.
- Martabak Har: eine Palembanger Variante des Martabak, die mit Currysuppe gegessen wird und indische Gewürze schmeckt. Haji Abdul Rozak, ein Mann indischer Abstammung, hat ihn 1947 erstmals zubereitet.
- Maksuba und Lapis Kojo: weiche, süße Kuchen, die auf Märkten und in Restaurants verkauft werden.
Eine Sammlung klassischer Kuchen findest du im Geschäft Kue Harum, das nach einem Familienrezept arbeitet. Auf der Karte stehen unter anderem Bluder, Kojo, Engkak Ketan, Maksuba und Kue Lapan Jam. Mehr über die Gerichte des Landes erfährst du auf der Seite Essen und Trinken.

Was bringst du aus Palembang mit?
Das bekannteste Mitbringsel ist Songket. Der Stoff wurde früher von der Fürstenfamilie getragen und wird im Viertel Tanggo Buntung seit dem 18. Jahrhundert gewebt. Die Muster zeigen Blumen, Pflanzen und Tiere. Handeln ist üblich. Im Dorf Tuan Kentang entstehen Jumputan-Stoffe, die in aufwendiger Handarbeit gebunden und gefärbt werden und dort verhältnismäßig günstig sind. Mehr zu Textilien und Mustern im Land steht auf der Seite Kunst und Handwerk.
Essbare Mitbringsel sind Kemplang, knusprige Fischchips, die du im Dorf Kemplang Tunu in Pipa Reja direkt beim Grillen beobachten kannst. Der Ort liegt etwa 30 Minuten von der Ampera-Brücke entfernt und bietet günstigere Preise als die Läden in der Stadt. Dazu kommen Lempok Durian, eine Süßigkeit aus Durian, Palmzucker und einer Prise Salz, und Semendo-Kaffee aus Robusta-Bohnen, die im Hochland von Semendo wachsen. Im Haus Rumah Limas kannst du traditionelle Festkleidung samt Make-up leihen und dich in einem alten Haus fotografieren lassen.
Wie kommst du nach Palembang und durch die Stadt?
Der Flughafen Sultan Mahmud Badaruddin II liegt bei der Stadt. Inlandsverbindungen bestehen nach Jakarta, Bandung, Pekanbaru, Batam, Bengkulu, Pangkal Pinang, Yogyakarta, Semarang und Surabaya, internationale Verbindungen nach Kuala Lumpur und Singapur. Wer die Insel im Norden mit Medan beginnt, findet dort das Gegenstück im Süden; von der Hauptstadt Jakarta kommst du direkt nach Palembang. Auf dem Landweg verbindet der Trans-Sumatra-Highway viele Städte der Insel mit Palembang.
In der Stadt fährt die erste Stadtbahn Indonesiens (LRT). Sie verbindet den Flughafen direkt mit dem Zentrum. Dazu kommen Taxis per App und lokale Verkehrsmittel. Die Sehenswürdigkeiten am Fluss liegen eng beieinander: Festung, Große Moschee, Museum und Ampera-Brücke erreichst du zu Fuß oder mit kurzen Fahrten. Für Kemaro, Kemplang Tunu und die Webdörfer brauchst du ein Auto oder ein Boot. Die Bewohner sind herzlich zu Gästen; ein paar Worte Indonesisch öffnen schnell Gespräche.
Wie planst du zwei Tage in Palembang?
Am ersten Tag beginnst du am Fluss: Museum Sultan Mahmud Badaruddin II, Festung Kuto Besak und Große Moschee am Vormittag, ein Mittagessen mit Pempek am Ufer, danach eine Bootsfahrt nach Kemaro. Zum Abend gehst du zur Ampera-Brücke, schlenderst über den Markt Pasar 16 Ilir und siehst zu, wie die Brücke sich beleuchtet. Am zweiten Tag besuchst du die Handwerksdörfer für Songket, Jumputan und Kemplang, probierst Pindang und Mie Celor und nimmst Mitbringsel mit. Wer einen dritten Tag hat, ergänzt Al-Qur’an Al-Akbar, den Waldpark Punti Kayu und Jakabaring Sport City.
Häufige Fragen zu Palembang
Wie lang ist die Ampera-Brücke?
1.177 Meter. Sie verbindet Seberang Ulu und Seberang Ilir über den Musi.
Was ist Pempek?
Ein Fischteig aus Makrele oder Tenggiri und Tapiokamehl, serviert mit der säuerlich-scharfen Cuko-Soße.
Wie komme ich vom Flughafen in die Stadt?
Mit der Stadtbahn LRT, die Flughafen und Zentrum direkt verbindet, oder per Taxi.
Was ist auf der Insel Kemaro zu sehen?
Eine neunstöckige Pagode und der chinesische Tempel Hok Cing Bio.
Was kaufe ich in Palembang?
Songket, Jumputan-Stoffe, Kemplang-Fischchips, Lempok Durian und Semendo-Kaffee.
Sumatra bereisen und Palembang einplanen? Vergleiche Angebote mit Flug und Hotel für Indonesien. Mehr zur Stadt findest du auf der Seite des Tourismusministeriums zu Südsumatra.