Makassar ist die größte Stadt im Osten Indonesiens und Hauptstadt der Provinz Süd-Sulawesi. Sie war früher als Ujung Pandang bekannt und ist ein wichtiger Flughafen für den ganzen Archipel. Am Wasser stehen Fort Rotterdam und die Strandpromenade Losari, im Umland warten Karstlandschaft, Inseln und die Hochländer der Toraja.
| Lage | Westküste von Süd-Sulawesi, Hauptstadt der Provinz |
| Frühere Namen | Ujung Pandang |
| Wahrzeichen | Fort Rotterdam (erbaut 1545), Schwimmende Moschee, Strand Losari |
| Museen | La Galigo im Fort, Balla Lompoa (Palast des Königreichs Gowa) |
| Spezialitäten | Coto Makassar, Konro Bakar, Es Pisang Ijo, Pisang Epe |
| Ausflüge | Bantimurung, Rammang-Rammang, Malino, Tanjung Bira, Tana Toraja |
Wer Indonesien nur von Java und Bali kennt, erlebt in Makassar ein anderes Land. Die Stadt liegt in der Mitte des Archipels und verbindet den Westen mit Sulawesi, den Molukken und Papua. Seefahrer der Bugis und Makassaren haben hier jahrhundertelang Handel getrieben, und das merkt man noch heute an den Hafenanlagen, am Essen und am Selbstbewusstsein der Bewohner. Diese Seite zeigt dir, was du in Makassar besichtigen kannst, was du essen solltest und welche Ausflüge sich lohnen. Sie hilft dir auch bei der Frage, wie viele Tage du einplanst.
Was ist Makassar für eine Stadt?
Makassar ist die größte Stadt im Osten Indonesiens und die Hauptstadt der Provinz Süd-Sulawesi. Früher hieß sie Ujung Pandang; manche Einheimische benutzen den alten Namen noch. Die Stadt zieht Menschen aus vielen Volksgruppen an, und diese Mischung prägt Sprache, Küche und Alltag. Wegen ihrer zentralen Lage im Archipel ist sie ein wichtiger Knoten im Flugnetz: Von hier aus gibt es Verbindungen nach Jakarta, Surabaya und Bali ebenso wie weiter nach Manado, auf die Molukken und nach Papua, etwa nach Biak, Jayapura, Manokwari, Sorong und Merauke. Auch Schiffe der Pelni legen am Hafen Soekarno Hatta an und laufen von dort die Inseln im Osten an.
Für dich als Reisenden ist Makassar zuerst ein Tor. Wer nach Tana Toraja will, reist fast immer über die Stadt. Wer zu den Tauchzielen im Osten unterwegs ist, etwa zu den Wakatobi-Inseln, steigt hier oft um. Zugleich lohnt sich ein Aufenthalt von ein bis zwei Tagen, weil Geschichte, Küche und Küste dicht beieinanderliegen. Einen Überblick über die ganze Insel bietet die Seite Sulawesi.
Was steckt hinter Fort Rotterdam?
Das Fort Rotterdam steht an der Westküste der Stadt und ist ihr bekanntestes Bauwerk. Seine Anfänge gehen auf das Königreich Gowa zurück: 1545 ließ der zehnte König von Gowa die Anlage zunächst aus Stein und gebranntem Lehm errichten, in quadratischer Form. Sie hieß damals Benteng, Fort Jumpandang oder Ujung Pandang. Nach dem Ausbau erhielt sie die Form einer Meeresschildkröte und wurde Benteng Pannyua genannt, das Schildkrötenfort. Die Gestalt steht für die Macht Gowas über Land und Meer.
Die Wende kam im 17. Jahrhundert. Sultan Hasanuddin unterlag im Krieg von Gowa und musste am 18. November 1667 den Vertrag von Bongaya unterzeichnen, danach fiel das Fort an die Niederländer. Gouverneur Cornelis Speelman ließ zerstörte Teile wieder aufbauen, versah sie mit niederländischem Stil und fügte an der Westseite ein Bollwerk hinzu. Die Anlage erhielt den Namen Rotterdam nach Speelmans Heimatstadt. Sie diente der Handelsgesellschaft als Stützpunkt, als Sitz der Verwaltung und als Lager für Gewürze. Makassar wurde zum Zentrum der niederländischen Kolonialregierung im Osten des Archipels.
Später saß hier der javanische Prinz Diponegoro in Haft, von 1833 bis 1855. Seine schmale, enge Zelle ist bis heute erhalten. Im Zweiten Weltkrieg nutzte die japanische Armee das Fort als Kriegsgefangenenlager, und in den Jahren 1945 bis 1949 besetzten es die Niederländer kurz erneut. In den 1970er-Jahren restaurierte der Staat die Anlage und machte sie zum Ziel für Besucher. Heute gehört sie zu den am besten erhaltenen Zeugnissen niederländischer Kolonialbaukunst in Indonesien. Du siehst Reihen europäischer Gebäude mit hohen Giebeldächern, weißen Wänden, mächtigen Holztüren und großen Holzfenstern, einen grünen Garten in der Mitte und am Haupttor alte Schnitzereien.
In den Gebäuden ist das Museum La Galigo untergebracht. Es zeigt tausende Stücke zur Kultur der Bugis und Makassaren, darunter Gegenstände aus der Vorgeschichte, traditionelle Kleidung und Miniaturen von Pinisi-Schiffen. Von den Mauern aus blickst du auf den Strand Losari und das Meer. Rechne für den Rundgang etwa zwei Stunden. Der Nachmittag eignet sich gut, weil es dann kühler ist und du den Sonnenuntergang von der Mauer erleben kannst. Das Museum hat meist einen eigenen Eintritt, und Kleingeld für Eintritt und Parken ist praktisch.

Wie erlebst du Losari und die Altstadt?
Der Strand Losari ist der Treffpunkt der Stadt. Zum Sonnenuntergang kommen die Einwohner an die Promenade, um die Abendbrise zu genießen, und Händler bieten Snacks an. Typisch ist Pisang Epe, flach gedrückte, gegrillte Banane mit Schokolade. Auch Meeresfrüchte werden dort zubereitet. Wer abends bummeln will, plant die Zeit am Wasser also zwischen spätem Nachmittag und Einbruch der Dunkelheit ein.
Östlich von Losari liegt die Schwimmende Moschee Amirul Mukminin. Sie hat eine doppelte blaue Kuppel und drei Stockwerke, und sie bietet Platz für etwa 500 Menschen. Das Gebäude steht am Wasser und wirkt am schönsten zur goldenen Stunde. Betritt Gebetsstätten nur mit bedeckten Schultern und Knien und beachte die Gebetszeiten.
Wer mehr über die Königsherrschaft von Gowa erfahren will, besucht das Museum Balla Lompoa. Es zeigt in einem rekonstruierten Holzpalast Insignien und traditionelle Waffen des Königreichs. Auf dem Markt Pasar Terong findest du Gewürze und frisches Gemüse in großer Auswahl; dort bekommst du ein Gefühl für den Alltag der Stadt. Moderne Seiten zeigen sich im Einkaufszentrum Phinisi Point und im Freizeitpark Trans Studio, einem der größten Indoor-Themenparks der Welt, der vor allem bei Regen eine Alternative für Familien ist.
Für die Fortbewegung stehen Taxis an Hotels und Einkaufszentren bereit, außerdem Apps für Fahrdienste, die verlässlich arbeiten. Die Pete-Pete sind Minibusse, die du für kurze Strecken nutzen kannst. Dreirädrige Becak fahren kurze Wege; handle den Preis vor der Fahrt aus. Vom Flughafen Hasanuddin sind es etwa 20 Kilometer bis zum Fort, die Fahrt dauert je nach Verkehr 30 bis 40 Minuten. Mehr zu Verkehrsmitteln im Land findest du unter Fortbewegung.
Was isst du in Makassar?
Die Küche ist ein Grund, die Stadt zu besuchen. Das bekannteste Gericht ist Coto Makassar, ein kräftiger Eintopf aus Rindfleisch und Innereien, den man mit Reiskuchen isst. Verwandt sind Pallubasa und die Suppe Sop Konro aus Rippen. Bei Konro Bakar werden die Rippen gegrillt und kommen mit einer dicken Sauce aus Erdnüssen auf den Teller. Fisch wird als Ikan Bakar über Kokosschalen gegrillt und mit scharfen Sambals serviert. Wer Suppen mag, findet ähnliche Gerichte auf der Seite Soto, und eine Übersicht über gegrillte Spieße bietet Sate.
Als Dessert gibt es Es Pisang Ijo: eine Banane in grünem Teigmantel, mit Eis, Sirup, Kokosbrei und Kondensmilch. Rund um das Haupttor des Forts wird sie in großer Menge verkauft. Als herzhafte Snacks gibt es Jalangkote, gefüllte Teigtaschen, sowie Otak-Otak, gegrillte Fischküchlein, und als Gebäck Kue Baruasa. In den einfachen Kaffeestuben, den Warkop, wird Kaffee aus Toraja ausgeschenkt.
Ein Tipp für den Ablauf: Probiere Coto zum Frühstück oder Mittagessen, weil er kräftig ist, und hebe dir Fisch und Pisang Epe für den Abend an der Promenade auf. Wenn du empfindlich auf Schärfe reagierst, bitte die Sambals getrennt zu servieren. Frage bei Innereien nach, was im Gericht steckt.
Welche Ausflüge lohnen sich ab Makassar?
Etwa 50 Kilometer von der Stadt entfernt liegt der Nationalpark Bantimurung-Bulusaraung mit Wasserfall und Schmetterlingen; mehr dazu auf der Seite Bantimurung-Bulusaraung. Dort beginnt auch das Karstgebiet von Maros und Pangkep, zu dem das Dorf Rammang-Rammang gehört.
Etwa 65 Kilometer entfernt liegt im Hochland Malino, ein kühler Ort mit Kiefernwäldern, Teeplantagen, dem Tal Lembah Biru, einer japanischen Höhle und mehreren Wasserfällen. Es eignet sich für einen Tagesausflug, wenn dir die Hitze der Stadt zu viel wird.
Am Meer lohnt sich die Insel Samalona, die du mit dem Boot vom Hafen aus in kurzer Zeit erreichst. Dort gibt es türkisfarbenes Wasser, weißen Sand und Riffe zum Schnorcheln. Für Taucher sind die Gewässer rund um die Insel Kambing bei Tanjung Bira interessant, etwa 200 Kilometer entfernt im Landkreis Bulukumba. Die Strömung ist dort stark; Anfänger tauchen nur mit einem erfahrenen, lizenzierten Anbieter. Zum Schnorcheln eignet sich die Insel Liukang Loe, und an den Stränden Bira und Bara bekommst du frisch gefangene Meeresfrüchte. In Tana Beru bauen Handwerker ganze Schiffe ohne technische Zeichnungen; das Wissen geben Familien seit dem 16. Jahrhundert weiter. Wer das Meer liebt, findet unter Tauchen weitere Ziele.
Als Tor zum Hochland ist Makassar der Ausgangspunkt für Tana Toraja. Das Gebiet liegt etwa 328 Kilometer von der Stadt entfernt, die Fahrt dauert rund acht Stunden. Dort stehen die Bestattungsstätte Londa und das Dorf Ke’te Kesu’ mit den traditionellen Tongkonan-Häusern. Das Hochland ist für seine Bräuche rund um den Tod bekannt. Für die Region lohnt sich eigene Zeit, siehe Tana Toraja. Wer es ruhiger mag, fährt mit dem Flugzeug, dem Bus oder der Fähre nach Selayar; dort liegen die Inseln Karang und Bahuluang mit Stränden und Tauchplätzen.

Wann reist du am besten und wie planst du den Aufenthalt?
Die trockene Jahreszeit von Mai bis September bringt ruhige See und klaren Himmel. Das ist die beste Zeit für Bootstouren zu den Inseln. Mehr zur Planung nach Regionen findest du bei den besten Reisezeiten. Leichte, luftige Kleidung ist sinnvoll, dazu ein Hut, Sonnenschutz mit hohem Faktor für Bootsausflüge und eine dünne Jacke für klimatisierte Einkaufszentren.
Zwei Tage reichen für die Stadt: Am ersten Tag besuchst du Fort Rotterdam, das Museum Balla Lompoa und abends Losari; am zweiten Tag fährst du nach Bantimurung und Rammang-Rammang oder auf die Insel Samalona. Wer Tana Toraja einplant, rechnet mindestens drei weitere Tage ein. Die Hitze der Mittagszeit verbringst du am besten in Museen oder im Café, und für lange Fußwege in offenem Gelände brauchst du bequeme Schuhe.
Ein Wort zum Respekt: Kleide dich in Moscheen und Dörfern zurückhaltend, frage vor Fotos von Menschen um Erlaubnis und beachte die Gebetszeiten. Wenn du mit einem Fahrer unterwegs bist, sprich Tagesziele und Preis vorher ab. Gerade bei Ausflügen ins Umland ist ein Fahrer mit Auto bequemer als Minibusse.
Für wen lohnt sich Makassar?
Makassar lohnt sich für Reisende, die Indonesien jenseits der bekanntesten Ziele sehen wollen: Geschichtsinteressierte, die das Fort und die Museen schätzen, Feinschmecker, denen Coto und Konro Freude machen, Naturfreunde, die Karst und Wasserfälle erleben wollen, und Taucher, die ihre Reise nach Osten fortsetzen. Wer nur Strand sucht, ist auf den Inseln besser aufgehoben; wer jedoch Kultur, Küche und Umland verbinden will, findet in Makassar einen guten Anfang für eine Reise durch Sulawesi. Weitere Anregungen gibt die Seite Sulawesi.
Häufige Fragen zu Makassar
Seit wann steht Fort Rotterdam?
Die Anlage wurde 1545 vom zehnten König von Gowa begonnen. Die Niederländer bauten sie nach 1667 um und gaben ihr den Namen Rotterdam.
Wie hieß Makassar früher?
Die Stadt hieß früher Ujung Pandang.
Was ist Coto Makassar?
Ein Eintopf aus Rindfleisch und Innereien, der mit Reiskuchen gegessen wird.
Wie weit ist es von Makassar nach Tana Toraja?
Etwa 328 Kilometer; die Fahrt auf der Straße dauert rund acht Stunden.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Trockenzeit von Mai bis September mit ruhiger See und klarem Himmel.
Passend dazu: Manado mit Bunaken, Tomohon und Tangkoko.
Sulawesi mit Flug und Hotel planen? Vergleiche Angebote für Indonesien. Mehr zur Stadt findest du auf der Seite des Tourismusministeriums zu Makassar.