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Cirebon: Paläste, Batik Trusmi und Gua Sunyaragi

Cirebon liegt an der Grenze von West- und Zentraljava an der Nordküste. Die Stadt hat drei Sultanspaläste, die Batik-Dörfer von Trusmi mit dem Wolkenmuster Megamendung, eine künstliche Höhlenanlage von 1703 und eine Küche mit Empal Gentong und Tahu Gejrot. Hier verschmelzen sundanesische, javanische, chinesische, arabische und europäische Einflüsse.

LageNordküste Javas, Grenze von West- und Zentraljava
PalästeKanoman (1678), Kasepuhan (1529), Kacirebonan (1808)
BatikKampung Batik Trusmi, Muster Megamendung
WasserpalastGua Sunyaragi (1703)
BahnhöfeKejaksan und Prujakan
SpezialitätenEmpal Gentong, Tahu Gejrot
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Cirebon wird auf Java-Reisen leicht übersehen, weil die Stadt zwischen Jakarta und Semarang an der Küstenstraße liegt und die Züge dort oft nur kurz halten. Dabei ist sie das beste Beispiel dafür, wie Java im 15. und 16. Jahrhundert aussah, als Handelsschiffe aus China, Arabien und Indien an der Nordküste anlegten und sich Fürstentümer um die neuen Häfen bildeten. Drei Paläste erzählen von der Teilung eines Sultanats, ein Dorf mit Tausenden Batikmachern hält das berühmteste Muster der Küste am Leben, und abends füllen sich die Garküchen. Diese Seite zeigt dir, was du in Cirebon siehst, wie du die Besuche ordnest und was du probierst.

Wo liegt Cirebon und was prägt die Stadt?

Die Stadt liegt in der Küstenebene im Norden Javas, genau dort, wo West- und Zentraljava aufeinandertreffen. Die Kultur mischt sundanesische und javanische Traditionen mit chinesischen, indischen, arabischen und europäischen Einflüssen. Die Spuren davon siehst du überall: An Palastbauten und islamischen Gräbern stecken alte Porzellanteller aus der Ming-Zeit in den Wänden, die Batik zeigt chinesische Motive, und die Moscheen tragen arabische Züge.

Cirebon war einmal Teil der mächtigen Reiche der Nordküste. Diese Küstenlinie reichte von Banten im Westen über Semarang, Demak und Kudus in Zentraljava bis nach Tuban in Ostjava. Man nannte das Gebiet Daerah Pesisir; heute heißt die Küstenstraße Pantura und ist eine der wichtigsten Handelsstraßen der Insel. Cirebon ist nach Jakarta, Surabaya und Semarang die viertgrößte Stadt an dieser Küste. Industrie und Handel spielen bis heute eine große Rolle. Wer durch die Paläste, Batikläden, Moscheen und belebten Märkte geht, erlebt etwas vom Handelsleben des 16. Jahrhunderts.

Die Anreise ist leicht, weil die Stadt zentral liegt. Die beiden großen Bahnhöfe heißen Kejaksan und Prujakan; Kejaksan liegt mitten in der Stadt. Züge fahren vom Bahnhof Gambir in Jakarta und vom Bahnhof Bandung nach Kejaksan. Der kleine Flughafen Cakrabuana liegt in der Stadt, der größere Flughafen Kertajati in Majalengka nicht weit entfernt. Wer mit dem Auto kommt, teilt sich die Straße mit vielen Lastwagen.

Welche drei Paläste besuchst du?

Cirebon hat drei Sultanspaläste, die auf die Teilung des alten Sultanats zurückgehen. Der älteste Teil ist das Keraton Kasepuhan im Stadtteil Lemahwungkuk. Es wurde 1529 von Pangeran Mas Zainul Arifin als Regierungssitz des Sultanats Cirebon gegründet. Der Palast war ein Zentrum politischer Macht und der Verbreitung des Islam. Er fällt durch alte Backsteinmauern auf. Im Palast steht die königliche Kutsche Singa Barong, ein Erbstück von Sunan Gunung Jati. Das Museum Pusaka im Palastkomplex bewahrt Erbstücke der Herrscher aus verschiedenen Epochen, von der Zeit des Reiches Pajajaran über Fatahillah und Sunan Gunung Jati bis zu Panembahan Ratu und den heutigen Sultanen der Linie Sepuh. Es schlägt einen Bogen von der Zeit vor dem Islam bis zum Sultanat.

Das Keraton Kanoman an der Jalan Kanoman wurde 1678 von Sultan Mohamad Badrudin als Sitz eines abgespaltenen Reiches gegründet. Es ist für antike Zierteller an den Wänden und für seinen Gebäudekomplex bekannt. Der frühere Regierungssitz ist heute ein Kulturzentrum. Das Keraton Kacirebonan an der Jalan Pulasaren entstand 1808 durch Pangeran Raja Karna, als sich ein weiterer Zweig vom Kasepuhan trennte. Es war die Residenz des neuen Sultans und verbindet javanische, chinesische und europäische Elemente. Erbstücke sind darin erhalten.

Wer alle drei Paläste besucht, erlebt die Geschichte der Familie, die die Stadt prägte, in drei Gebäuden mit unterschiedlichem Charakter. Plane für jeden etwa eine Stunde ein und verteile die Besuche auf einen Vormittag und einen Nachmittag. Mehr zur Bauweise im Land findest du auf der Seite Architektur.

Innenhof mit roter Backsteinmauer und Pavillon eines Sultanspalastes in Cirebon

Was ist das Besondere an Batik Trusmi?

Das Kampung Batik Trusmi im Bezirk Plered ist das größte Batikzentrum von Cirebon. Der Ort geht auf Ki Gede Trusmi zurück, einen Schüler von Sunan Gunung Jati im 15. Jahrhundert. Über die Batik verbreitete man hier einst auch den Glauben. Im Dorf leben mehr als 3.000 Batikmacher, die Besuchern zeigen, wie die Stoffe entstehen. Das berühmteste Muster ist Megamendung, das Wolkenmuster. Dazu kommen viele weitere Motive, darunter Paksinaga Liman, Singa Barong, Patran Keris, Cirebon Kompeni, Naga Silam, Taman Teratai, Wedasan, Sawat Pengantin, Ciwaringin Bangau und Banjar Balong. Die Preise reichen von wenigen Zehntausend Rupiah bis zu mehreren Millionen und mehr.

Wer es selbst ausprobieren möchte, besucht eine Werkstatt. Die Batik von Cirebon durchläuft fünf Schritte: lengreng (Skizzieren), esen-esen (Verdickung der Linien), penembokan (Auftragen des Wachses), pewarnaan (Färben) und lorot (Entfernen des Wachses). Anders als in vielen anderen Regionen, in denen man den Stoff ins Farbbad taucht, färbt man in Cirebon, indem man das Tuch schüttelt (menggoyang). Mehr zu Handwerk und Mustern im Land findest du auf der Seite Kunst und Handwerk. Wenn du Batik in einer anderen Stadt kennenlernen möchtest, besuche das Viertel Laweyan in Surakarta.

Ein Becak durch das Dorf ist billig; die Fahrer warten am Eingangstor. Das Gebäude der Genossenschaft Koperasi Batik Budi Tresna wurde 1935 als Kooperasi Batik Trusmi gebaut und 1955 umbenannt. In ihrer Blütezeit hatte sie viele Mitglieder und verkaufte Werkzeuge, Material und Batik. Die Händler, die einst dort verkauften, sind in den Pasar Batik im Dorf Weru Lor umgezogen. Am Spätnachmittag wird das Dorf zum Esszentrum.

Was erzählen die Höhlen von Sunyaragi?

Die Gua Sunyaragi an der Jalan By Pass Brigjen Dharsono im Stadtteil Kesambi ist eine künstliche Höhlenanlage, die 1703 von Pangeran Karang Asem als Rückzugsort und Meditationsplatz für Sultane gebaut wurde. Sie besteht aus Korallenfels und Padasstein und ist kunstvoll gestaltet: Kammern und Gänge liegen verschachtelt ineinander. Die königliche Familie nutzte sie zur Meditation. Heute ist sie ein geschütztes archäologisches Gelände und ein beliebtes Ziel für alle, die sich für die Baukunst der Region interessieren.

Ein Rundgang dauert eine knappe Stunde. Am besten gehst du am Vormittag, wenn das Licht auf die weißen Felsen fällt und es noch nicht heiß ist. Trage Schuhe mit gutem Profil, denn die Stufen und Gänge sind uneben. Fotografiere die Durchblicke zwischen den Kammern, in denen du die Formen des Gesteins gut erkennst.

Gänge und Bögen aus hellem Korallengestein in der Anlage Gua Sunyaragi

Welche weiteren Orte lohnen in Cirebon?

Das Viertel Kota Lama im Hafen- und Chinesenviertel entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert als internationaler Handelshafen. Dort stehen Reihen alter Gebäude im europäischen Kolonialstil an den Straßen; das Gebiet war der Verwaltungs- und Handelssitz der Kolonialzeit und ist heute ein geschütztes Kulturerbe. Du läufst es in einer Stunde ab.

Der Tempel Kelenteng Talang an der Jalan Talang geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Chinesische Seeleute, die mit der Flotte von Admiral Cheng Ho ankamen, gründeten ihn. Er verbindet klassischen chinesischen Stil mit Baumaterial aus der Region und ist weiter ein Ort des Gebets. Wer sich für die Spuren der Flotte interessiert, findet in Semarang mit dem Tempel Sam Poo Kong ein Gegenstück.

Die Quelle Sindang Pancuran im Dorf Beber ist ein heiliger Ort, der mit der Verbreitung des Islam durch Sunan Gunung Jati verbunden ist. Dort sprudelt eine natürliche Quelle, in der die Heiligen sich rituell reinigten; sie ist ein Ziel für Pilger. Etwas außerhalb liegt in Linggarjati im Landkreis Kuningan das Gedung Perundingan Linggarjati. In dem weiß gestrichenen niederländischen Kolonialhaus fanden im November 1946 die Verhandlungen zwischen Indonesien und den Niederlanden statt. Es steht in einem Berggarten und ist heute ein Geschichtsmuseum.

Was isst du in Cirebon?

Die Küche der Stadt lernst du am besten am späten Nachmittag im Batikdorf kennen. Tahu Gejrot ist ein Tofu-Imbiss, der um die 1950er-Jahre aufkam, als Tofu in Cirebon reichlich vorhanden war. Empal Gentong gibt es in Cirebon seit dem 15. Jahrhundert: ein Eintopf aus Innereien, Pansen und Rindfleisch, der in einem großen Tontopf (gentong) über Feuer aus Mango- oder Tamarindenholz gart. Wer die Küche des ganzen Landes vergleichen möchte, findet auf der Seite Essen und Trinken weitere Gerichte.

Probiere beides in kleinen Portionen und frage nach der Schärfe, bevor du bestellst. Der Eintopf wird im Tontopf gegart.

Wie planst du Cirebon?

Für die Stadt reichen ein bis zwei Tage. Am ersten Tag besuchst du die Paläste Kasepuhan und Kanoman sowie die Altstadt, am zweiten Tag fährst du nach Trusmi und verbringst dort den Nachmittag in einer Werkstatt. Die Höhlen von Sunyaragi und der Tempel Talang passen als Ergänzung. Die Stadt eignet sich als Zwischenhalt zwischen Bandung oder Jakarta im Westen und Zentraljava im Osten. Eine Übersicht über die Insel gibt die Seite Java.

Das Klima an der Küste ist heiß und feucht. Leichte Kleidung, Sonnenschutz und ein Schirm gehören ins Gepäck. In den Palästen und Tempeln bedeckst du Schultern und Knie. Bargeld ist in den kleinen Läden und Imbissen nützlich. Prüfe Öffnungszeiten und Eintrittspreise vor dem Besuch, da sie sich ändern.

Für wen lohnt sich Cirebon?

Cirebon lohnt sich für Reisende, die Java von seiner Handelsseite kennenlernen möchten. Kulturinteressierte vergleichen drei Paläste, Handwerksfreunde lernen in Trusmi die Technik der Wolkenmuster, und Genießer probieren regionale Eintöpfe und Snacks. Wer nur wenig Zeit hat, kombiniert den Palast Kasepuhan mit einem Nachmittag in Trusmi und fährt am nächsten Morgen weiter.

Häufige Fragen zu Cirebon

Wie viele Paläste hat Cirebon?

Drei: Kasepuhan (1529), Kanoman (1678) und Kacirebonan (1808).

Was ist Megamendung?

Das Wolkenmuster, das berühmteste Batikmotiv von Cirebon.

Wie färbt man Batik in Cirebon?

Man schüttelt das Tuch, statt es in ein Farbbad zu tauchen.

Wann entstand die Gua Sunyaragi?

1703, als Rückzugsort der Sultane aus Korallenfels und Padasstein.

Wie kommst du nach Cirebon?

Mit dem Zug nach Kejaksan, ab Jakarta Gambir oder ab Bandung.

Java mit Bandung und Zentraljava verbinden? Vergleiche Angebote mit Flug und Hotel für Java und Bali. Mehr zu den historischen Orten findest du auf der Seite des Tourismusministeriums zu Cirebon.

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