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Bahasa Indonesia ist die Amts- und Verbindungssprache eines Landes mit über 700 Regionalsprachen. Sie geht auf das Malaiische zurück, nutzt das lateinische Alphabet, kennt weder Artikel noch Verbformen oder komplizierte Töne und gilt als eine der am leichtesten zu erlernenden Sprachen Asiens. Schon wenige Wörter öffnen unterwegs viele Türen.

AmtsspracheBahasa Indonesia (auf Malaiisch basierend)
Sprecherfast die gesamte Bevölkerung als Erst- oder Zweitsprache
Schriftlateinisches Alphabet, keine Sonderzeichen
Regionalsprachenüber 700, u. a. Javanisch, Sundanesisch, Balinesisch
Besonderheitkeine Artikel, keine Verbbeugung, keine Töne
Pluraloft durch Verdoppelung des Wortes (orang-orang)

Warum gibt es in Indonesien eine gemeinsame Sprache?

Eine gemeinsame Sprache war für Indonesien eine politische Notwendigkeit, denn das Land ist eines der sprachlich vielfältigsten der Welt. Über mehr als 17.000 Inseln verteilt leben über 1.300 ethnische Gruppen, die zusammen über 700 verschiedene Sprachen sprechen. Ohne eine verbindende Verkehrssprache könnten sich ein Fischer aus Sumatra und eine Lehrerin aus Papua kaum verständigen. Bereits vor der Unabhängigkeit erkannten die nationalen Bewegungen, dass nur eine gemeinsame Sprache aus diesem Mosaik eine Nation formen konnte.

Der entscheidende Moment war der sogenannte Jugendschwur von 1928, in dem junge Aktivisten ein Vaterland, ein Volk und eine Sprache beschworen: Bahasa Indonesia. Bewusst wählte man nicht das Javanische, obwohl die Javaner die größte Bevölkerungsgruppe stellen, sondern das damals bereits als Handelssprache verbreitete Malaiische. Es galt als neutral, war über die Häfen des Archipels längst bekannt und benachteiligte keine einzelne Volksgruppe. Mit der Unabhängigkeit 1945 wurde Bahasa Indonesia zur Staatssprache und ist seither das Fundament, auf dem die kulturelle Vielfalt des Landes als Einheit funktioniert.

Ist Bahasa Indonesia schwer zu lernen?

Nein, Bahasa Indonesia gilt zu Recht als eine der zugänglichsten Sprachen für deutschsprachige Reisende. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wird die Sprache im vertrauten lateinischen Alphabet geschrieben, ohne fremde Zeichen oder Akzente. Zum anderen ist die Aussprache weitgehend lautgetreu: Man liest die Wörter im Grunde so, wie sie geschrieben werden. Anders als im Thailändischen, Vietnamesischen oder Chinesischen gibt es keine Töne, die über die Bedeutung eines Wortes entscheiden. Ein falsch betontes Wort führt selten zu Missverständnissen.

Auch die Grammatik ist erfrischend übersichtlich. Es gibt keine Artikel wie der, die, das, keine grammatischen Geschlechter und keine Konjugation der Verben. Ein Verb bleibt unverändert, egal ob ich, du oder wir handeln, und egal ob es um Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft geht. Die Zeit wird einfach durch ergänzende Wörter ausgedrückt, etwa sudah für „bereits“ oder akan für „werden“. Diese Klarheit macht es leicht, schon nach kurzer Zeit einfache Sätze zu bilden. Natürlich hat die Sprache auch Feinheiten, etwa ein System von Vor- und Nachsilben, mit dem aus einem Grundwort neue Bedeutungen entstehen. Für die Reise reichen jedoch ein paar Grundregeln und ein kleiner Wortschatz vollkommen aus.

Wie funktioniert die indonesische Grammatik im Alltag?

Im Alltag folgt Bahasa Indonesia einer angenehm logischen Struktur. Sätze werden meist nach dem Muster Subjekt, Verb, Objekt gebaut, also ähnlich wie im Deutschen. „Saya makan nasi“ bedeutet wörtlich „Ich esse Reis“ und ist genau so aufgebaut, wie es ein deutscher Lerner erwarten würde. Da die Verben nicht gebeugt werden, muss man sich keine Formentabellen merken. Wer das Grundwort kennt, kann es in jeder Person und Zeit verwenden.

Eine charmante Besonderheit ist die Bildung des Plurals durch Verdoppelung. Aus orang, dem Wort für „Mensch“, wird orang-orang für „die Menschen“, aus anak (Kind) wird anak-anak für „die Kinder“. Oft verzichtet man im gesprochenen Indonesisch sogar ganz auf eine Pluralmarkierung, weil der Zusammenhang die Mehrzahl klarmacht. Besitz wird einfach durch Nachstellen ausgedrückt: „rumah saya“ heißt „mein Haus“, wörtlich „Haus ich“. Diese Geradlinigkeit bedeutet, dass man mit wenigen Bausteinen erstaunlich weit kommt. Schon ein Grundwortschatz von einigen hundert Wörtern reicht, um auf Märkten zu handeln, nach dem Weg zu fragen oder ein freundliches Gespräch zu beginnen, was die Begegnung mit den Menschen auf Inseln wie Java spürbar bereichert.

Welche indonesischen Wörter sollte man als Reisender kennen?

Ein paar Höflichkeitsfloskeln und Grundvokabeln machen unterwegs einen riesigen Unterschied, denn Indonesier freuen sich sichtlich, wenn Gäste sich an ihrer Sprache versuchen. Zu den wichtigsten Wörtern gehören die Grußformeln: „Selamat pagi“ für „Guten Morgen“, „Selamat siang“ am Mittag und „Selamat malam“ am Abend. Das Wort „Terima kasih“ bedeutet „Danke“ und sollte zum festen Repertoire gehören, ebenso die Antwort „Sama-sama“ für „Gern geschehen“. „Tolong“ heißt „bitte“ im Sinne einer Bitte um Hilfe, „permisi“ ist das höfliche „Entschuldigung“, wenn man sich vorbeidrängt oder jemanden anspricht.

Im praktischen Alltag helfen Wörter wie „berapa“ für „wie viel“, unverzichtbar auf jedem Markt, „makan“ für essen, „minum“ für trinken und „air“ für Wasser. „Ya“ und „tidak“ bedeuten „ja“ und „nein“, „bagus“ heißt „schön“ oder „gut“ und ist ein beliebtes Lob. Die Zahlen sind ebenfalls schnell gelernt: satu, dua, tiga für eins, zwei, drei. Wer beim Handeln auf dem Markt freundlich lächelt und ein paar Brocken Indonesisch einstreut, erlebt die Begegnungen herzlicher und kommt oft zu besseren Preisen. Auf einer Inselrundreise von Sumatra bis Sulawesi begleitet einen dieser kleine Wortschatz durch das ganze Land.

Sprechen die Menschen überall dieselbe Sprache?

Im Prinzip versteht und spricht heute fast jeder Indonesier die Amtssprache, doch im Alltag herrscht eine vielschichtige Mehrsprachigkeit. Bahasa Indonesia ist die Sprache von Schule, Verwaltung, Fernsehen und überregionalen Begegnungen. Sie ist für die meisten Menschen jedoch eine Zweitsprache, die sie zusätzlich zu ihrer Muttersprache beherrschen. Zu Hause, im Dorf und unter Freunden wird häufig die jeweilige Regionalsprache gesprochen, die für viele Indonesier emotional die eigentliche Heimatsprache bleibt.

Diese Regionalsprachen sind alles andere als Randerscheinungen. Javanisch hat mit Abstand die meisten Sprecher und besitzt sogar verschiedene Höflichkeitsebenen, mit denen man Respekt gegenüber älteren oder höhergestellten Personen ausdrückt. Sundanesisch im Westen Javas, Balinesisch, Batak auf Sumatra oder die Sprachen der Bugis auf Sulawesi sind weitere große Beispiele. Für Reisende heißt das: Mit Bahasa Indonesia kommt man überall durch, doch ein Gruß in der lokalen Sprache, etwa ein balinesisches „Om Swastiastu“, löst oft besondere Freude aus. Diese sprachliche Vielfalt spiegelt die ethnische Buntheit wider, die im Bereich Kultur ausführlich beschrieben wird.

Wie viel Englisch wird in Indonesien gesprochen?

Englischkenntnisse sind in Indonesien stark vom Ort abhängig. In den touristisch erschlossenen Regionen, allen voran auf Bali sowie in den größeren Hotels, Tauchbasen und Reisebüros, kommt man mit Englisch in der Regel gut zurecht. Personal in der Tourismusbranche, jüngere Menschen in den Städten und viele Mitarbeiter im Service sprechen zumindest ein verständliches Reise-Englisch. Auch in der Hauptstadt Jakarta und in anderen Metropolen ist Englisch im geschäftlichen und touristischen Umfeld verbreitet.

Anders sieht es abseits der ausgetretenen Pfade aus. In ländlichen Gegenden, kleinen Dörfern und auf weniger besuchten Inseln stößt man mit Englisch schnell an Grenzen. Hier zahlt sich jedes indonesische Wort doppelt aus, weil es oft das einzige gemeinsame Verständigungsmittel ist. Wer auf den Märkten einkauft, mit Fahrern verhandelt oder in einfachen Warungs isst, sollte sich auf wenig oder gar kein Englisch einstellen. Genau das macht aber auch den Reiz aus: Mit Händen, Füßen, einem Lächeln und ein paar Brocken Bahasa Indonesia entstehen oft die schönsten Begegnungen. Wer auf entlegenen Inseln wie Komodo und Flores unterwegs ist, profitiert besonders von einem kleinen Sprachpolster.

Welche indonesischen Wörter haben wir längst übernommen?

Erstaunlich viele Wörter aus dem Malaiisch-Indonesischen sind längst in andere Sprachen eingewandert, auch ins Deutsche. Das bekannteste Beispiel ist der „Amok“, der vom indonesischen Verb amuk für ein rasendes, unkontrolliertes Verhalten stammt. Auch „Orang-Utan“ ist reines Indonesisch und bedeutet wörtlich „Waldmensch“, zusammengesetzt aus orang (Mensch) und hutan (Wald). Wer den großen Menschenaffen in den Regenwäldern Borneos begegnet, hat ihren Namen also schon im Wortschatz.

Weitere Beispiele sind „Gong“, das musikalische Schlaginstrument, oder das Wort „Sarong“ für das gewickelte Tuch, das in ganz Indonesien getragen wird. Auch „Ketchup“ hat eine ferne ostasiatische Wurzel in einer fermentierten Würzsoße. Solche Sprachwanderungen erzählen von der jahrhundertelangen Rolle des Archipels als Drehscheibe des Welthandels. Umgekehrt hat Bahasa Indonesia selbst viele Lehnwörter aufgenommen, aus dem Sanskrit, dem Arabischen, dem Niederländischen der Kolonialzeit und dem Englischen. Wörter wie „kantor“ (Büro, vom niederländischen kantoor) oder „buku“ (Buch) zeigen diese Schichten. Diese Offenheit für fremde Einflüsse passt gut zur Mentalität eines Landes, dessen Natur und Geschichte ebenso vielschichtig sind wie die Sprache selbst.

Lohnt es sich, vor der Reise Indonesisch zu lernen?

Ja, schon ein wenig Vorbereitung lohnt sich enorm, und der Aufwand ist überschaubar. Weil die Grammatik so klar und die Aussprache so geradlinig ist, kann man sich in wenigen Tagen einen alltagstauglichen Grundwortschatz und einige Standardsätze aneignen. Reise-Apps, kleine Sprachführer oder Vokabellisten reichen völlig aus, um Zahlen, Grußformeln und die wichtigsten Höflichkeiten parat zu haben. Anders als bei Sprachen mit fremder Schrift oder komplizierten Tönen gibt es keine hohe Einstiegshürde, die einen abschreckt.

Der eigentliche Gewinn liegt jedoch nicht im praktischen Nutzen allein, sondern in der menschlichen Reaktion. Indonesier gelten als ausgesprochen freundlich und gastfreundlich, und sie honorieren den Versuch, ihre Sprache zu sprechen, mit großer Herzlichkeit. Ein freundliches „Selamat pagi“ beim Betreten eines Ladens oder ein „Terima kasih“ nach einer guten Mahlzeit verwandelt einen Touristen in einen geschätzten Gast. Solche kleinen Gesten öffnen Türen, die einem sonst verschlossen blieben, und führen oft zu echten Begegnungen statt bloßer Servicekontakte. Wer das Land authentisch erleben möchte, sollte den kleinen Aufwand also nicht scheuen. Mehr zu Reisevorbereitung und praktischen Hinweisen bietet der Bereich Service und Informationen.

Bereit, Ihr erstes Selamat pagi auszuprobieren? Mit ein paar Brocken Bahasa Indonesia wird jede Reise durch das Archipel persönlicher und herzlicher.

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