Karapan Sapi ist das Stierrennen der Insel Madura vor der Nordküste Ostjavas. Ohne Räder, Polster und Helme jagen Stierpaare über die Bahn, allein getrieben von der Muskelkraft der Tiere und dem Mut der Jockeys. Pamekasan ist das Zentrum der Rennen, die Hauptsaison liegt zwischen Ende August und September.
| Ort | Insel Madura, gegenüber von Surabaya in Ostjava |
| Rennen | Karapan Sapi, Stierrennen ohne Räder, Polster und Helme |
| Zentrum | Pamekasan, dazu Bangkalan, Sampang, Sumenep und einzelne Dörfer |
| Hauptsaison | Ende August bis September, Trainingsläufe das ganze Jahr |
| Brücke | Suramadu, rund 5,4 Kilometer lang, verbindet Surabaya mit Bangkalan |
| Tracht | Sakera und Pesa’an mit rot-schwarzen oder rot-weißen Streifen |
| Spezialitäten | Sate Madura und Jamu |
Madura liegt auf der anderen Seite der Straße von Madura, gegenüber von Surabaya, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Insel ist ländlich und abgelegen geblieben und hat sich ihre ursprüngliche Prägung und ihre eigene Identität bewahrt. Mehr als 40 Reiseziele gibt es dort, doch bekannt ist Madura vor allem für eines: die Stierrennen. Diese Seite erklärt, wie ein Rennen abläuft, was die Tracht der Jockeys bedeutet und welche Orte du auf einer Reise über die Insel besuchst. Die Hafenstadt auf der anderen Seite der Meerenge findest du auf der Seite Surabaya.
Was ist Karapan Sapi?
Karapan Sapi ist ein Stierrennen, bei dem zwei Tiere im Gespann antreten. Die Rennen finden ohne Räder, Polster oder Helme statt, die Geschwindigkeit entsteht allein aus der Muskelkraft der Stiere und dem Mut der Jockeys. Das macht das Spektakel zu einem extremen Wettbewerb, der nichts für schwache Nerven ist.
Die Tradition geht auf Bauern zurück, die mit ihren Pflugochsen über die Felder um die Wette fuhren. Aus dem Wettstreit auf den Äckern wurde ein Ereignis, das die ganze Insel kennt. Die Rennen finden jedes Jahr nach der Ernte statt. Vor dem Start führt man die schönsten Stiere geschmückt vor, und danach treten sie gegeneinander an, um Schnelligkeit und Wendigkeit zu beweisen.
Trainingsläufe gibt es das ganze Jahr hindurch. Die Hauptsaison beginnt Ende August und reicht bis in den September. In dieser Zeit versammeln sich mehr als 100 der besten und stärksten Stiere der Insel, die mit goldfarbenem Schmuck behängt sind. Pamekasan ist das Zentrum der Rennen, und auch in Bangkalan, Sampang, Sumenep und einzelnen Dörfern werden sie ausgetragen. Für die Madurer ist Karapan Sapi die Tradition, für die ihre Insel am besten bekannt ist.
Welche Tracht gehört zum Karapan Sapi?
Zum Karapan Sapi gehören zwei Trachten, die Sakera und die Pesa’an. Beide stehen für Mut und Kampfgeist.
Die Sakera ist nach einem legendären madurischen Volkshelden benannt, der im 19. Jahrhundert gegen die niederländische Kolonialherrschaft Widerstand leistete. Er ist ein Sinnbild des Widerstands der einfachen Leute gegen Ungerechtigkeit, besonders in Pasuruan und auf Madura. Zur Tracht gehören ein gestreiftes Hemd in Rot und Weiß oder Rot und Schwarz, eine weite schwarze Hose, die sich gut bewegen lässt, und ein Stoffgürtel. Das auffälligste Element ist der Odheng, die traditionelle madurische Kopfbedeckung, die sauber und symmetrisch gebunden sein muss. Rot steht für Leidenschaft, Tapferkeit und Kampfgeist, Schwarz für Festigkeit und Entschlossenheit. Traditionell tragen Männer die Sakera. Man sieht sie bei Karapan-Sapi-Festen, bei kulturellen Aufführungen und im Volkstheater, wo sie heldenhafte Figuren kennzeichnet, und bei offiziellen Empfangszeremonien.
Die Pesa’an entwickelte sich aus der Alltagskleidung madurischer Bauern, Seeleute und Händler. Die lockere Machart war praktisch für die tägliche Arbeit, und im Laufe der Zeit wurde daraus ein Festgewand mit symbolischer Bedeutung. Das rot-schwarz gestreifte Hemd mit waagerechten Streifen ist das bekannteste Element. Dazu kommen die weite schwarze Hose Komprang, der Odheng in Rot oder Schwarz, oft mit madurischen Batikmustern, sowie ein Schal oder Sarong über der Schulter oder um die Hüfte. Männer ergänzen bei besonderen Zeremonien einen Kris, Halsketten und einen breiten gewebten Gürtel. Die Streifen stehen für Mut, Stärke und Energie, der Odheng für Ehre, Führung und Weisheit, das ganze Gewand für Einfachheit und Fleiß. Man trägt die Pesa’an bei Karapan Sapi, traditionellen Hochzeiten, Saronen-Musikaufführungen, Kulturfesten und regionalen Zeremonien. Mehr zu Textilkunst findest du auf der Seite Kunst und Handwerk.
Wie kommst du nach Madura?
Die Brücke Suramadu verbindet Surabaya mit Bangkalan, der Stadt an der Westküste Maduras. Vor ihr nahmen die Reisenden Fähren, die Brücke ist die schnellere Wahl. Sie ist rund 5,4 Kilometer lang und war die erste Brücke ihrer Art, die eine Meerenge auf einer so langen Strecke überspannt. Der Bau begann 2004 unter Präsidentin Megawati Sukarnoputri, die Eröffnung folgte 2009 durch Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. Die Hauptspannweite ist eine Schrägseilkonstruktion, getragen von zwei etwa 140 Meter hohen Pylonen. Es gibt je zwei Fahrspuren pro Richtung und zusätzlich für jede Richtung eine eigene Spur für Motorräder. Nachts beleuchten Lichter die Brücke und die Pylonen und tauchen die Meerenge in Licht, was sie zu einem beliebten Fotomotiv macht.
Die Brücke ist für beide Seiten ein Knotenpunkt für Tourismus, Handel und Investitionen. Für die Kangean-Inseln, weiter östlich, ist der Transport noch nicht sehr bequem, doch einige Tauchveranstalter aus Bali nehmen sie in ihre Pakete auf. Einen Überblick über die Nachbarinsel findest du auf der Seite Java.

Wie ist die Landschaft Maduras?
Madura hat mehrere Gesichter. An der Südküste liegen flache Strände und bestelltes Tiefland. Die Nordküste verbindet felsige Klippen mit weiten, wellenförmigen Sandstränden und Dünen. Im Osten, rund um Kalianget, erstrecken sich ein Gezeitensumpf und große Salzfelder. Das Innere besteht aus Kalksteinhängen, die entweder felsig oder sandig sind. Die Landwirtschaft ist hier im Vergleich zum Festland Javas begrenzt. Im Inneren gibt es außerdem natürliche Höhlen und Wasserfälle.
In Bangkalan liegen die Strände Siring Kemuning, Rongkang, Sambilan und Camplong, in Sampang der Strand Nepa, in Sumenep die Strände Lombang und Slopeng. Zu den Wasserfällen gehören der Kokop in Bangkalan und der Toroan in Sampang, dessen Wasser direkt ins Meer fällt, ein seltenes Bild. Rund 120 Kilometer östlich von Madura liegen die Kangean-Inseln, eine Gruppe aus 38 kleinen Inseln. Sie bieten Tauchen und Schnorcheln in unberührtem Wasser und sind bei Reisenden noch wenig bekannt.
Ein Rätsel liegt in Pamekasan: Im Dorf Larangan Tokol im Bezirk Tlanakan steigen Flammen aus dem Boden, die sich auch mit Wasser nicht löschen lassen. Eine Untersuchung fand unter der Stelle keine Erdgasquelle, die Ursache ist ungeklärt. Im Bezirk Batumarmar, im Dorf Blaban, liegt die Höhle Blaban. Ein Einwohner entdeckte sie beim Graben eines Brunnens. Sie hat weiße Stalaktiten und Stalagmiten, die im Licht glänzen, und ist von Einheimischen betreut.
Was zeigt das Keraton von Sumenep?
Sumenep ist die geschichtlich und kulturell bedeutendste Stadt Maduras, auch wenn sie nicht die größte ist. Ihr Wahrzeichen ist das Keraton Sumenep, der Palast von Panembahan Sumolo I., der auch als Tumenggung Arya Nata Kusuma bekannt ist. Er war das Verwaltungs- und Herrschaftszentrum von Sumenep. Entworfen hat ihn der chinesische Architekt Louw Phia Ngo, und der Stil verbindet islamische, europäische, chinesische und javanische Elemente.
Der Palast liegt hinter einer Mauer mit einem hohen Torbogen, durch den früher Pferde und Kutschen fuhren. Seine leuchtend gelben Wände passen zur gelben Moschee auf der anderen Seite des Alun-Alun, des Stadtplatzes. Sehenswert sind Holzschnitzereien, zeremonielle Kanonen und Einblicke in die privaten Gemächer. In der Pendopo Agung, der großen Halle, finden an bestimmten Tagen Gamelan- und Tanzaufführungen statt. Der Wassergarten Taman Sari war einst das Badebecken der Prinzessinnen. Mehr zu Bauformen im Land findest du auf der Seite Architektur.
Ein Teil der Anlage beherbergt das Museum Keraton Sumenep. Es ist ein öffentliches Museum des Typs C und gehört der Regierung von Sumenep. Es bewahrt Erbstücke und Dokumente zu Regierung, höfischem Leben und madurischer Kultur. Die Sammlung umfasst 53 bedeutende Objekte, darunter das Porträt von Raden Adipati Aryo Samadikoen Prawotoadikoesoemo, Fotografien der Regenten von Sumenep, Hofmöbel wie den Stuhl des Königs und die Stühle der Zeugen, Gemälde der Sultane, königliche Briefmarken und die zeremonielle Kutsche âMy Lordâ. Zusammen zeigen sie das Regierungssystem, die soziale Rangordnung und die kulturellen Traditionen der königlichen Zeit.

Was erfährst du im Museum Mandhilaras in Pamekasan?
Pamekasan ist nicht nur Zentrum der Stierrennen, sondern auch Sitz des Museums Mandhilaras, eines allgemeinen Regionalmuseums des Typs C. Der Name geht auf eine lokale Volkserzählung zurück, in der Panembahan Ronggo Sukowati das Regierungszentrum vom Keraton Labangan Daja zum Keraton Mandhilaras verlegt. Das Gebäude errichteten die niederländischen Kolonialbehörden 1918 als öffentliche Einrichtung. In den 1980er-Jahren diente es als Bibliothek des Regierungsbezirks, 2009 wurde es zum Museum umgebaut, und am 18. März 2010 wurde es gegründet. Der Eintritt ist frei.
Die Sammlung umfasst mehr als 100 Stücke. Dazu gehören traditionelle Waffen wie Kris und historische Speere aus der Zeit lokaler Königreiche, Haushalts- und Küchengeräte, Fossilien und alte Münzen, Handschriften mit alten Koranen, Rechtstexten und Dokumenten in arabisch-javanischer Pegon-Schrift oder in altjavanischer Schrift, alte Bücher aus der traditionellen Bildung sowie Dioramen mit madurischen Bräuchen. Zu den Erbstücken zählen Palmblattmanuskripte und Koranschriften von Ki Aryo Menak Sonoyo. Das Museum liegt nördlich des Denkmals Arek Lancor.
Was isst und trinkst du auf Madura?
Das bekannteste Gericht der Insel ist Sate Madura. Mehr zu Spießen und Soßen findest du auf der Seite Sate. Dazu kommt Jamu Madura, ein traditionelles Kräutergetränk, das aus gekochten Blättern, Früchten und besonderen Kräutern entsteht und als Medizin oder Stärkungsmittel getrunken wird. Die Rezepte werden von Generation zu Generation weitergegeben, und die Insel ist für ihre Kräutermischungen bekannt.
Wie leben und glauben die Madurer?
Die Madurer sind als Seeleute bekannt und sind offenherzig. Sie sprechen ihre eigene Sprache, Madurisch, und stehen kulturell den Ostjavanern nahe, behalten aber eigene Traditionen. Sarongs und Peci, die kegelstumpfförmige Kappe der Männer, gehören zum Straßenbild. Auf der Insel stehen viele Moscheen, und ihre Bewohner sind tief religiös. Die Sakera-Tracht wird oft mit der Santri-Gemeinschaft verbunden, in der islamische Werte im bescheidenen, schlichten Gewand sichtbar werden. Mehr zum Glauben im Land findest du auf der Seite Religion.
Häufige Fragen zu Karapan Sapi und Madura
Was ist Karapan Sapi?
Ein Stierrennen auf Madura, ohne Räder, Polster und Helme, bei dem nur die Muskelkraft der Stiere und der Mut der Jockeys zählen.
Wann ist die Hauptsaison der Rennen?
Ende August bis September, Trainingsläufe gibt es das ganze Jahr.
Wie kommst du von Surabaya nach Madura?
Über die rund 5,4 Kilometer lange Brücke Suramadu nach Bangkalan.
Wo liegt das Zentrum der Stierrennen?
In Pamekasan, dazu kommen Bangkalan, Sampang, Sumenep und einzelne Dörfer.
Ostjava und Madura einplanen? Vergleiche Angebote mit Flug und Hotel für Indonesien. Mehr zur Insel findest du auf der Seite des Tourismusministeriums zu Madura.