indonesien.info
Startseite › Indonesien Inseln › Komodo & Flores › Sumba: Pasola, Megalithgräber & traditionelle Dörfer

Sumba: Pasola, Megalithgräber & traditionelle Dörfer

Sumba liegt in der Provinz Ost-Nusa-Tenggara und gilt als eine der traditionsreichsten Inseln Indonesiens: mit hohen Strohdachhäusern, Megalithgräbern, handgewebten Ikat-Stoffen und dem Reiterritual Pasola, das im Februar und März in vier Gebieten im Westen stattfindet. Wichtigster Flughafen für den Westen ist Tambolaka.

LageOst-Nusa-Tenggara, südlich von Flores
OrteWaikabubak und Tambolaka (West), Waingapu (Ost)
HighlightsTraditionelle Dörfer, Megalithgräber, Ikat-Weberei, Pasola
GlaubeMarapu (Ahnenglaube), daneben Christentum und Islam
PasolaFebruar und März, Termine setzen die Ältesten vor Ort
AnreiseFlug nach Tambolaka (Westen) oder Waingapu (Osten)
Wo liegt Indonesien?
Indonesien auf einen Blick
OsttimorBruneiIndonesien
Klima in Indonesien
25°30°35°JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezLuft °CWasser °CRegen mmØ 2014–2023 · Daten: Open-Meteo

Auf Sumba geht es nicht um Strandpartys, sondern um eine Kultur, die sich über Jahrhunderte gehalten hat. Wer vom Trubel auf Bali oder von den Booten rund um Komodo und Flores herkommt, findet hier eine ruhigere, trockenere und weitläufigere Insel. Auf dieser Seite siehst du, wie du dich orientierst, welche Dörfer sich lohnen, was es mit dem Pasola auf sich hat und wie du dich bei Besuchen benimmst.

Wo liegt Sumba und wie kommst du hin?

Sumba gehört zur Provinz Ost-Nusa-Tenggara. Der Westen ist grüner und dichter besiedelt, der Osten deutlich trockener; die großen Entfernungen auf der Insel solltest du bei der Planung ernst nehmen. Zwei Ausgangspunkte teilen die Insel: Im Westen sind Tambolaka mit dem Flughafen und Waikabubak die wichtigsten Orte, im Osten ist es Waingapu. Fast alle Besucher, die Pasola oder die Megalithdörfer sehen wollen, landen in Tambolaka und bleiben im Westen oder Südwesten.

Öffentlicher Verkehr ist begrenzt. Ein Fahrer mit Auto ist deshalb der übliche Weg, vor allem für Dörfer abseits der Hauptstraße und für Pasola-Tage, an denen Straßen voll werden. Von Tambolaka zu den Pasola-Orten oder zu den Dörfern an der Küste im Süden dauert die Fahrt mehr als eine Stunde, mancherorts deutlich länger. Plane keine zu enge Rundreise: Zwei bis drei Dörfer pro Tag mit Zeit für Gespräche sind besser als fünf im Eiltempo.

Für Visum und Einreise nach Indonesien gilt dasselbe wie für das übrige Land; Einzelheiten stehen auf der Seite zur Einreise nach Indonesien. Einen Überblick, wie du Sumba mit anderen Inseln verbindest, bietet die Seite Inselhopping in Indonesien.

Was ist das Pasola und wann findet es statt?

Das Pasola ist ein Reiterspiel aus dem Westen der Insel, das zum Glauben der Marapu gehört. Zwei Gruppen von Reitern stehen sich auf einem offenen Feld gegenüber, galoppieren aufeinander zu und werfen mit hölzernen Speeren. Die Reiter tragen traditionelle Kleidung und reiten ohne Sattel. Die Speere sind rund anderthalb Meter lang und stumpf; trotzdem kommt es zu Stürzen und Verletzungen, und das Spiel wird als ernstes Ritual verstanden, nicht als Show.

Pferde spielen auf Sumba eine große Rolle, im Alltag wie bei Festen. Beim Pasola zeigen die Reiter ihr Können und ihren Mut, und am Ende versteht sich keiner der Beteiligten als Sieger oder Verlierer des Kampfes. Ursprünglich geht es um Fruchtbarkeit und Ernte. Älteren Vorstellungen zufolge nährt vergossenes Blut die Erde. Das Pasola wird als Dankesritual verstanden und steht im Zusammenhang mit den Nyale, Meereswürmern, die einmal im Jahr an die Küste kommen. Ihr Erscheinen gilt als Zeichen, dass die Ahnen anwesend sind und dem Fest zustimmen.

Gespielt wird zwischen Februar und März in vier Gebieten im Westen und Südwesten: Kodi, Wanokaka, Lamboya und Gaura. Sie kommen reihum an die Reihe. Feste Termine gibt es nicht. Die Ältesten (Rato) bestimmen den Tag anhand von Zeichen der Natur und des Mondes, und der Termin wird oft erst kurz vorher bekannt. Die Verwaltung versucht, die Termine planbarer zu machen, was zu Spannungen mit dem rituellen Kalender geführt hat. Heißt für dich: Buche Flug und Unterkunft flexibel und frage einige Wochen vorher bei einer Unterkunft oder einem Veranstalter vor Ort nach den aktuellen Tagen.

  • Es gibt in der Regel keinen formalen Eintritt; Bargeld für Wasser, Snacks und kleine Ausgaben ist nützlich.
  • Halte Abstand zum Feld und zu den Reitern und frage, bevor du Menschen fotografierst.
  • Kleide dich zurückhaltend: Schultern und Knie bedeckt.
  • Rechne mit Hitze, Staub und viel Warten; Sonnenschutz und Wasser gehören ins Gepäck.

Welche Dörfer und Megalithgräber solltest du besuchen?

Charakteristisch für den Westen sind die Dörfer mit hohen Strohdächern. Das typische Haus (uma mbatangu) hat ein steiles, prismenförmiges Dach über einem größeren quadratischen Wohnraum. Vor vielen Häusern liegen Büffelhörner als Zeichen für Opfer und Rang. Vor den Häusern stehen Megalithgräber, große Steintische, oft mit Schnitzereien, auf denen Opfergaben, Statuen oder Schädel liegen. Sie sind keine Ruinen, sondern Teil des heutigen Lebens: Die Tradition wird fortgeführt.

  • Ratenggaro (Südwest-Sumba): ein Küstendorf an einer Flussmündung, bekannt für seine besonders hohen Häuser und Hunderte Megalithgräber, viele davon mit Schnitzereien. Es gilt als eines der eindrucksvollsten Dörfer der Insel und passt gut zu einer Route durch den Südwesten.
  • Praijing und Tarung (West-Sumba): beide nahe Waikabubak und deshalb einfach zu besuchen. Tarung liegt neben dem Dorf Waitabar; beide werden oft zusammen besucht.
  • Pasunga (Anakalang, Zentral-Sumba): viele Gräber, Bewohner, die Besucher gewohnt sind, und eine Lage auf der Route quer über die Insel.
  • Prailiu und Melolo (Ost-Sumba): Zentren der Ikat-Weberei. Prailiu liegt nahe Waingapu und ist klein genug für einen kurzen Rundgang; Melolo liegt weiter südlich.

Für Besuche gelten die Regeln der Dörfer, nicht die eines Freilichtmuseums. Viele Dörfer führen ein Gästebuch und erwarten eine kleine Spende; ein kleines Mitbringsel wie Betelnüsse vom Markt wird gern gesehen. Frage vor Fotos, bleibe auf den Wegen und betritt Häuser nur auf Einladung.

Wie entsteht Ikat auf Sumba?

Ikat ist ein Webverfahren, bei dem die Fäden vor dem Weben abgebunden und gefärbt werden, sodass die Muster beim Weben entstehen. Auf Sumba ist es ein wichtiger Teil der Kultur. Traditionell werden Naturfarben verwendet, die Farben halten dadurch besonders lange.

In Prailiu kannst du sehen, wie die Fäden eingespannt, abgebunden und zu fertigen Stücken verarbeitet werden. Die Menschen nutzen den Stoff selbst und verkaufen ihn an Besucher. Wer einen Stoff kaufen möchte, sollte nach der Herstellung fragen, den Preis in Ruhe verhandeln und bedenken, dass ein gutes Stück viel Arbeit bedeutet.

Wann ist die beste Reisezeit für Sumba?

Das Pasola legt die Reisezeit für viele Besucher auf Februar und März. Für die übrige Zeit gilt die Einteilung der Trockenzeit auf der Seite Beste Reisezeit nach Region. Ein Teil des Ostens ist sehr trocken, im Westen ist die Landschaft grüner; wer auf Straßen unterwegs ist, sollte bei starkem Regen mit Verzögerungen rechnen.

Wenn du eine weite Anreise hast, plane mindestens vier bis fünf Tage ein. Mit weniger Zeit lohnt es sich, einen Landesteil zu wählen: den Westen mit Tambolaka, Ratenggaro und den Dörfern oder den Osten mit Waingapu, Prailiu und Melolo. Wie du Gesundheit und Sicherheit für Reisen in abgelegene Gebiete vorbereitest, steht auf den Seiten Gesundheit und Impfungen und Sicherheit.

Wie planst du eine Route über Sumba?

Die Entfernungen sind lang, und die Dörfer liegen weit verstreut; wähle deshalb eine Region statt der ganzen Insel. Eine Westroute beginnt in Tambolaka, führt zu den Küstendörfern im Südwesten wie Ratenggaro und zurück über Waikabubak mit den Dörfern Praijing und Tarung. Eine Ostroute geht von Waingapu aus und verbindet Prailiu mit der Straße nach Melolo, von der aus du weitere Dörfer erreichst. Beide Routen brauchen einen Fahrer, der die Straßen kennt.

Nimm genug Bargeld mit, denn in kleinen Dörfern gibt es keine Kartenzahlung, und die Spende im Gästebuch zahlst du bar. Lege Reserve für Verzögerungen ein, besonders wenn du einen festen Flug zurück hast. Sonnenschutz, Mückenschutz und feste Schuhe gehören ins Gepäck; zur Vorbereitung auf Reisen in ländliche Gegenden gibt die Seite Gesundheit und Impfungen Orientierung. Wer sich für Webkunst und Textilien über Sumba hinaus interessiert, findet auf der Seite Kunsthandwerk weitere Traditionen.

Wie verhältst du dich respektvoll bei Marapu-Ritualen?

Der Marapu-Glaube ist ein Ahnenglaube, in dem das Gleichgewicht zwischen Menschen und Ahnen im Mittelpunkt steht. Manche Bewohner sind inzwischen Christen oder Muslime, doch Zeremonien und Gräber gehören weiter zum Alltag. Nicht jeder Teil eines Rituals ist für Besucher offen. Frage deshalb nach, bevor du dich einem Ort näherst, und folge den Anweisungen der Dorfältesten. Während Zeremonien gehst du langsamer, kleidest dich sorgfältiger und gehst nicht davon aus, dass jeder Bereich zugänglich ist.

Mehr zu Glaube und Alltag findest du auf der Seite Religion in Indonesien.

Wie kaufst du Ikat und Kunsthandwerk fair?

Ikat ist auf Sumba kein Souvenir von der Stange, sondern das Ergebnis langer Handarbeit. Wer ein Stück kaufen möchte, fragt am besten direkt im Weberdorf, etwa in Prailiu oder Melolo im Osten, und lässt sich zeigen, wie gewebt und gefärbt wird. Naturgefärbte Stücke halten ihre Farbe länger. Frage nach dem Weg der Herstellung, vergleiche mehrere Stücke und verhandele freundlich, ohne den Preis zu drücken, bis die Arbeit nicht mehr bezahlt ist. Alte Stoffe und Erbstücke, die im Familienbesitz eine rituelle Rolle spielen, sind kein Handelsgut für Touristen.

Auch beim Fotografieren gilt Fairness: Wer ein Dorf besucht, kauft idealerweise ein kleines Stück oder gibt eine Spende. So bleibt der Besuch für beide Seiten sinnvoll.

Häufige Fragen zu Sumba

Wann ist das Pasola auf Sumba?

Meist im Februar und März. Die genauen Tage legen die Ältesten fest; sie werden oft erst kurz vorher bekannt.

Wo findet das Pasola statt?

In vier Gebieten im Westen und Südwesten: Kodi, Wanokaka, Lamboya und Gaura. Sie wechseln einander ab.

Wie komme ich nach Sumba?

Mit dem Flugzeug, in den Westen nach Tambolaka, in den Osten nach Waingapu. Von dort geht es mit Fahrer weiter.

Was sind die Megalithgräber?

Große Steintische vor den traditionellen Häusern, oft mit Schnitzereien. Sie werden bis heute genutzt und gehören zum Marapu-Glauben.

Kann ich in den Dörfern fotografieren?

Meist ja, aber frage vorher, besonders bei Menschen und bei Ritualen. Eine kleine Spende im Gästebuch ist üblich.

Sumba in eine Indonesien-Reise einbauen? Vergleiche Angebote mit Flug und Hotel und kombiniere die Insel mit Bali und Flores. Hintergründe zum Reiterritual liefert der Bericht der Jakarta Post.

Indonesien-Angebote ansehen