Karimunjawa ist eine Inselgruppe rund 90 Kilometer nordwestlich der Küste von Jepara in Zentral-Java und steht als Meeresnationalpark unter Schutz. Du erreichst sie per Schnellboot oder Fähre ab Jepara in etwa zwei bis vier Stunden oder mit einem kleinen Flugzeug ab Semarang und Surabaya. Hauptthemen sind Schnorcheln, Mangroven und Strände.
| Lage | Javasee, rund 90 km nordwestlich von Jepara, Zentral-Java |
| Schutzstatus | Meeresnationalpark, 1999 ausgewiesen, 111.625 Hektar |
| Bewohnte Inseln | fünf: Karimunjawa, Kemujan, Nyamuk, Parang, Genting |
| Anreise | Fähre (ca. 4 Std.) oder Schnellboot (ca. 2 Std.) ab Jepara, Flug ab Semarang/Surabaya |
| Highlights | Schnorcheln, Haibecken Menjangan Besar, Mangrovenpfad, Strände |
| Beste Reisezeit | Trockenzeit April bis Oktober |
Wer Java bereist, denkt zuerst an Vulkane und Tempel. Karimunjawa zeigt die andere Seite der Insel: ein Archipel in der Javasee, mit klarem Wasser, Korallen und kleinen Inseln, auf denen es ruhiger zugeht als auf Bali. Die Seite beschreibt, wie du hinkommst, welche Inseln und Schnorchelplätze sich lohnen, was der Park schützt und wann die Überfahrt am verlässlichsten ist.
Wo liegt Karimunjawa und was ist das für ein Park?
Die Inselgruppe liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich der Nordküste des Landkreises Jepara in Zentral-Java. Nur fünf Inseln sind bewohnt: Karimunjawa, Kemujan, Nyamuk, Parang und Genting. Auf Kemujan liegt der Flughafen. Die Gruppe wurde 1986 zum strengen Naturschutzgebiet erklärt; 1999 richtete das Forstministerium den Meeresnationalpark mit einer Fläche von 111.625 Hektar ein, und 2001 wurden 110.117,3 Hektar als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Der Park ist einer von sechs Meeresnationalparks in Indonesien.
Das Schutzgebiet umfasst mehr als nur Strände. Nach Angaben der Tourismusbehörde leben dort 44 Mangrovenarten, elf Seegrasarten, neun Algenarten, 444 Fischarten und 176 Korallenarten. Zu den geschützten Arten zählen die Schwarze Koralle und die Orgelpfeifenkoralle; Echte Karettschildkröten und Suppenschildkröten kommen vor. An Land finden sich bunte Papageien und Affen in den Mangroven. Diese Zahlen zeigen, warum der Archipel als Ziel für Schnorchler und Naturfreunde interessant ist, auch wenn er weit weniger bekannt ist als Raja Ampat oder Bunaken.
Wie kommst du nach Karimunjawa?
Die meisten Gäste nehmen das Boot ab Jepara. Die Tourismusbehörde nennt zwei Verbindungen: die langsamere Fähre Siginjai mit etwa vier Stunden Fahrzeit und das Schnellboot Bahari Express mit etwa zwei Stunden. Fahrtage und Abfahrtszeiten ändern sich je nach Saison und Nachfrage; deshalb solltest du Tickets und Termine bei der Reederei, an den Schaltern im Hafen oder über deine Unterkunft verbindlich klären. Gerade an Feiertagen und langen Wochenenden sind die Boote schnell voll.
Alternativ fliegt eine Fluglinie mit Kleinflugzeugen an wenigen Tagen pro Woche von Semarang (rund 30 Minuten) und Surabaya (rund 40 Minuten) zum Flughafen Dewandaru auf Kemujan. Für die Fahrt nach Jepara selbst planst du Zeit ein, denn von Semarang aus ist es ein Stück über Land. Die Anreise nach Java und die weiteren Verbindungen beschreibt die Seite Fortbewegung in Indonesien.
Wichtig: In der Regenzeit kann hoher Wellengang auf der Javasee den Bootsverkehr stören. Das kann bedeuten, dass ein Boot ausfällt und du länger bleibst als geplant. Plane deshalb am Ende der Reise einen Tag Puffer ein, bevor du einen Flug ab Java erreichen musst.
Wo schnorchelst du auf Karimunjawa am besten?
Schnorcheln ist der Hauptgrund für die Reise. Die Tourismusbehörde nennt unter anderem Gosong, Menjangan Kecil, Tengah, Tanjung Gelam und Cemara Kecil. Insgesamt kann man fast rund um alle Inseln schnorcheln. Üblich ist ein Inselhopping-Tag mit dem Boot: Du fährst morgens los, hältst an zwei oder drei Plätzen, machst Mittagspause an einem Strand und kehrst am Nachmittag zurück. Die Boote buchst du über deine Unterkunft oder über Anbieter im Hauptort.
Zwei Orte sind besonders: Gosong ist eine kleine Sandbank, die nur bei Niedrigwasser sichtbar ist, und Cemara Kecil liegt nur wenige Bootsminuten davon entfernt, mit weißem Sandstrand und Schnorcheln in der Nähe des Stegs. Beide sind klassische Stationen auf Tagesrouten. Neben Schnorcheln gibt es ein Wrack nahe Kemujan, für Taucher; Informationen zu Tauchplätzen in anderen Teilen des Landes findest du auf der Seite Tauchen in Indonesien.
Kannst du auf Karimunjawa mit Haien schwimmen?
Auf der Insel Menjangan Besar gibt es ein Becken, in dem Riffhaie, darunter Schwarzspitzen-Riffhaie, in halbwilden Bedingungen leben. Nach Angaben der Tourismusbehörde kannst du dort mit relativ zahmen Haien schwimmen; ein Aufseher weist die Gäste in die Sicherheitsregeln ein und beobachtet das Geschehen genau. Die Haie greifen laut Jakarta Post selten an, solange sie nicht provoziert werden.
Ob du das möchtest, ist eine persönliche Entscheidung. Halte dich genau an die Anweisungen des Aufsehers, fasse die Tiere nicht an, und lass dich nicht zu Selfies drängen. Wer sich unwohl fühlt, schaut vom Steg aus zu; auch das ist ein eindrucksvolles Erlebnis.
Was gibt es an Land zu sehen?
Auf Karimunjawa selbst führt ein Pfad durch den Mangrovenwald, der rund 10,5 Quadratkilometer umfasst und etwa zwei Kilometer vom Haupthafen entfernt liegt. Du erreichst ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Steg besteht aus altem, abgestorbenem Mangrovenholz; in der Mitte stehen ein Pavillon und ein Aussichtsturm.
Weitere Ziele sind der Strand Tanjung Gelam, an dem viele Gäste den Sonnenuntergang erleben, der Hügel Love Hill mit Blick auf das offene Meer und die Nachbarinseln sowie der Hügel Joko Tuo, auf dem ein Denkmal in Form eines Walskeletts steht. Auf unbewohnten Inseln kannst du unter Palmen picknicken. Das Tempo ist ruhig: Wer Programm braucht, ist hier falsch, wer ein paar Tage abschalten will, ist richtig.
Wie sieht ein Inselhopping-Tag aus?
Die Bootstouren sind der Kern des Aufenthalts. Ein Beispiel: Du startest am Vormittag im Hafen der Hauptinsel und fährst rund eine Stunde zur Sandbank Gosong, die nur wenige Meter misst und bei Hochwasser verschwindet. Von dort sind es nur wenige Bootsminuten nach Cemara Kecil, wo du am Strand spazierst oder in der Nähe des Stegs schnorchelst. Danach folgen je nach Route weitere Riffplätze, eine Pause im Schatten der Palmen und die Rückfahrt am Nachmittag. Sprich vorab mit dem Bootsführer über die Route, denn Wetter und Tide entscheiden, welche Plätze an dem Tag sinnvoll sind.
Frag auch nach der Länge der Schnorchelstopps und danach, ob Flossen, Maske und Rettungswesten im Preis enthalten sind. Wer ungeübt schwimmt, nimmt eine Weste, denn im offenen Wasser sind Strömungen möglich. Cremes sollten riffschonend sein, und die Korallen berührst du nicht, weder mit den Händen noch mit den Flossen.
Welche Rolle spielen die Schildkröten im Park?
Im Nationalpark gibt es nach Angaben der Jakarta Post ein Schutzgebiet für Meeresschildkröten, und die Tourismusbehörde nennt Echte Karettschildkröten und Suppenschildkröten als Bewohner. Auch die Schwarze Koralle und die Orgelpfeifenkoralle stehen im Park unter besonderem Schutz, was ein Grund mehr ist, nichts abzubrechen oder mitzunehmen. Für dich heißt das: Wenn du eine Schildkröte siehst, bleib auf Abstand, berühre sie nicht und störe sie nicht beim Fressen oder Auftauchen. Aufnahmen aus nächster Nähe sind nicht den Preis wert, ein Tier zu stressen.
Wer sich für Meeresschutz interessiert, kann im Hauptort nach Projekten fragen, die Besucher einbeziehen. Frag dabei, wer die Projekte betreibt und was mit den Beiträgen passiert, bevor du etwas zahlst.
Wann ist die beste Reisezeit für Karimunjawa?
Am verlässlichsten ist die Trockenzeit von April bis Oktober. In der Regenzeit ist der Seegang auf der Javasee oft höher, und Überfahrten können für Tage ausfallen. Wer in dieser Zeit reist, braucht Flexibilität. Die Übersicht für andere Regionen des Landes bietet die Seite Beste Reisezeit nach Region.
Wo schläfst du? Auf der Hauptinsel gibt es einfache Gästehäuser, sogenannte Homestays, und einzelne größere Unterkünfte. Viele Gastgeber kochen für ihre Gäste, denn die Zahl der Restaurants ist überschaubar. Fortbewegen kannst du dich per Mietmotorrad, Auto oder Becak. Wer Karimunjawa mit der Kulturroute durch Java verbinden möchte, startet in Yogyakarta und fährt von dort über Semarang nach Jepara.
Wie planst du Karimunjawa in eine Java-Reise ein?
Zwei volle Tage vor Ort sind das Minimum, drei bis vier Nächte lohnen sich, wenn du nicht nur Schnorcheln, sondern auch Mangroven und Strände sehen willst. Karimunjawa ist als Abwechslung zu Vulkanen und Städten gedacht: Nach einer Woche Borobudur und Bromo tut ein Ruhetag am Wasser gut. Praktische Hinweise zu Budget und Bargeld stehen auf der Seite Reisekosten und Budget.
Nimm Bargeld mit, denn auf kleinen Inseln ist die Versorgung mit Bankautomaten nicht selbstverständlich. Packe Sonnenschutz ein, der das Riff schont, und nimm keine Korallen mit.
Häufige Fragen zu Karimunjawa
Wie lange dauert die Überfahrt von Jepara?
Mit dem Schnellboot etwa zwei Stunden, mit der Fähre etwa vier Stunden. Fahrtage und Zeiten ändern sich, daher vorab bestätigen.
Gibt es einen Flughafen?
Ja, den Flughafen Dewandaru auf Kemujan. Kleinflugzeuge fliegen an wenigen Tagen pro Woche ab Semarang und Surabaya; der Flug dauert rund 30 beziehungsweise 40 Minuten.
Wie viele Inseln sind bewohnt?
Fünf: Karimunjawa, Kemujan, Nyamuk, Parang und Genting. Die übrigen Inseln sind unbewohnt und eignen sich für Tagesausflüge und Picknicks.
Wo schnorchelt man am besten?
Beliebt sind Gosong, Menjangan Kecil, Tengah, Tanjung Gelam und Cemara Kecil. Fast rund um alle Inseln lässt sich schnorcheln.
Ist Karimunjawa in der Regenzeit sinnvoll?
Möglich, aber unsicherer. Hoher Wellengang kann die Boote lahmlegen; plane Pufferzeit ein oder reise in der Trockenzeit von April bis Oktober.
Java mit Inselzeit verbinden? Vergleiche Indonesien-Angebote mit Flug und Hotel und plane Karimunjawa als Ruhepol zwischen Vulkanen und Tempeln. Eine offizielle Beschreibung des Parks bietet die Tourismusbehörde Indonesiens.