Der Baluran-Nationalpark im äußersten Nordosten Javas ist als „Klein-Afrika“ bekannt: offene Savanne um den erloschenen Vulkan Baluran, dazu Tieflandwald und Mangroven. Der Park hat 26 Säugetierarten, 155 Vogelarten und 444 Baumarten. Sein Wahrzeichen ist der Banteng, das wilde Rind Javas. Von Banyuwangi liegt der Eingang rund 35 Kilometer entfernt.
| Lage | Landkreis Situbondo, Ostjava, zwischen Situbondo und Banyuwangi |
| Status | Wildreservat seit 1937, Nationalpark seit 1980 |
| Landschaft | Offene Savanne, Tieflandwald, Mangrovenwald, erloschener Vulkan Baluran im Zentrum |
| Tiere | 26 Säugetierarten (u. a. Banteng, Wasserbüffel, Leopard), 155 Vogelarten |
| Pflanzen | 444 Baumarten |
| Höhepunkt | Savannen von Bekol und Bama |
| Regenzeit | November bis April, am stärksten im Dezember und Januar |
Wer Java mit Tempeln, Städten und Vulkanen verbindet, überrascht sich selbst, wenn er im Osten der Insel auf eine echte Savanne trifft: weite Grasflächen, Wasserlöcher, Hirsche und Büffel vor einem Vulkankegel. Diese Seite erklärt dir, was den Baluran-Nationalpark ausmacht, welche Tiere du dort erwartest, wie sich Regen- und Trockenzeit unterscheiden, wie du hinkommst und welches Problem die Savanne seit Jahrzehnten bedroht.
Wo liegt der Baluran-Nationalpark und wie kam er zu seinem Status?
Der Park liegt im Nordosten Javas im Landkreis Situbondo an der Straße zwischen Situbondo und Banyuwangi, also an der Strecke, die viele Reisende auf dem Weg von Ostjava nach Bali oder umgekehrt zurücklegen. Das Gebiet wurde 1937 von dem Niederländer A. H. Loedeboer entdeckt und von der Kolonialverwaltung noch im selben Jahr zum Wildreservat erklärt. Seit 1980 ist es ein Nationalpark Indonesiens. Im Osten reicht das Gebiet bis an die Küste der Balistraße, der Meerenge zwischen Java und Bali, sodass du Savanne, Wald und Meer an einem Tag erlebst.
Prägend ist der Vulkan Baluran, ein erloschener Vulkan im Zentrum des Parks. Um ihn herum liegen drei Landschaftstypen: die offene Savanne, der Tieflandwald und der Mangrovenwald an der Küste. Etwa 40 Prozent des Parks sind fruchtbare Savanne. Wer die Landschaft einordnen will, findet auf der Seite Vulkane weitere Hintergründe zu den Feuerbergen der Insel, und die Seite Nationalparks stellt weitere Schutzgebiete vor.
Welche Tiere und Pflanzen gibt es im Baluran?
Der Park hat 26 Säugetierarten. Dazu zählen der Banteng, der als Maskottchen des Parks gilt, der Wasserbüffel, der Muntjak, der Rusa-Hirsch, das Kleinkantschil (Mausdeer), Leopard, Mangrovenkatze und der Rothund (Ajag). Bei den Vögeln sind es 155 Arten, darunter Pfau, Bankivahuhn, Nashornvögel, Reiher und Adler. Dazu kommen 444 Baumarten.
Der Banteng ist ein wildes Rind, das einst auf Java und Bali weit verbreitet war. Im Baluran hat sein Bestand stark abgenommen: Von etwa 300 Tieren Anfang der 1990er-Jahre sank er bis 2017 auf rund 50. Wildschweine, früher häufig und wenig scheu, sind selten geworden; die Ursache ist vor allem unkontrollierte Jagd. Leoparden dagegen scheinen sich zu halten, vermutlich mit Langschwanzmakaken und Javaneraffen als Beute. Weitere Tiere sind Hirsche, Büffel, Affen, Pfauen und mehrere stark bedrohte Vogelarten.
Wer Tiere beobachten will, plant Geduld ein: Die Savanne ist weit, und die Tiere verteilen sich über viele Wasserstellen. Weitere Hinweise zu Fauna und Flora Indonesiens bieten die Seiten Tiere und Pflanzen.
Welche Pflanzen prägen die Landschaft?
Die Vegetation ist ein Mosaik. In der Savanne wachsen Gräser mit einzelnen Bäumen wie Pilang und Tamarinde. Dazu kommen trockenangepasste Arten wie Widoro Bukol und Mimba, die in der Trockenzeit kahl werden. Immergrüne Bäume wie Kendal, Gadung und Tamarinde behalten dagegen auch in der Trockenzeit ihr Laub; sie stehen in Reihen vor der Savanne und spenden Schatten. Im Tief- und Küstenland speist Grundwasser immergrünen Wald, und an der Küste wächst Mangrovenwald.
Die Farben wechseln mit den Jahreszeiten. In der Regenzeit ist die Savanne grün und üppig, außerhalb davon trocken und braun. Wer Fotos machen will, wählt je nach Wunsch das Grün der Regenzeit oder das goldene Braun der Trockenzeit. Wer Tiere sehen will, fährt eher in die Trockenzeit, wenn die Tiere sich an den verbliebenen Wasserquellen sammeln.
Was macht die Savanne von Bekol und Bama aus?
Das Herzstück des Parks sind die Savannen von Bekol und Bama. Beide Gebiete haben Wege für Touristen und Studierende. Der Eingang zur Bekol-Bama-Savanne liegt etwa 15 Kilometer hinter dem Parkeingang. Bekol liegt zwölf Kilometer von Batangan entfernt; die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Die Straße ist asphaltiert, aber schmal: Zwei Autos passen gerade aneinander vorbei. Ein Geländewagen ist deshalb zu empfehlen.
Wer mit einem Fahrer unterwegs ist, kann die Strecke als Safari fahren, mit Halt an den Wasserlöchern. Zu Fuß bieten Bekol und Bama kurze Wege durch das offene Gras. In Bekol gibt es einen Aussichtsturm auf einer leichten Anhöhe, den du über einen kleinen Pfad erreichst; in der Nähe hängen an einem Holzgestell die ausgebleichten Skelette von Säugetieren. In der Regenzeit sammeln sich an den Wasserstellen Büffel, Hirsche und Banteng. Beachte, dass die Savanne kaum Schatten bietet: Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Wasser gehören ins Gepäck. Ein Hinweis zur Gesundheit auf Reisen findest du unter Gesundheit und Impfungen.
Wie ist der Strand von Bama?
Die Bama-Bucht liegt nahe der Savanne und wird über die Straße von Bekol erreicht. Der Strand ist ein wenig rau; daneben wächst ein Mangrovenwald, in dem Langschwanzmakaken in den Gezeitenflächen nach Krabben suchen. Schnorcheln ist möglich, die Makakentrupps solltest du aber auf Abstand halten: Füttere sie nicht, halte Taschen und Essen geschlossen und lass dich nicht auf Nähe ein. Wer Strand und Schnorcheln als Schwerpunkt sucht, findet unter Strandurlaub bessere Ziele; Bama ist ein Zwischenstopp in einer Naturlandschaft.
Welches Problem bedroht die Savanne?
Die Savanne ist nicht von Natur aus stabil. In den 1960er-Jahren wurde die Akazie Acacia nilotica als Feuerschneise gepflanzt, breitete sich dann aber über die Grasflächen aus und verdrängte sie. Jahrzehntelang scheiterten Gegenmaßnahmen, weil immer wieder Sämlinge nachwuchsen. Auf mindestens 6.000 Hektar Grasland hat sie sich ausgebreitet. Inzwischen arbeitet die Parkleitung gemeinsam mit dem Kopenhagener Zoo mit Schneiden, Vergiften und der laufenden Kontrolle der Sämlinge. Die zentrale Savanne von Bekol ist heute offener als in den frühen 1990er-Jahren; eine Erholung kann aber Jahrzehnte dauern.
Das hat Folgen für Besucher: Wo die Savanne zuwächst, finden Banteng und Hirsche weniger Weide, und die Beobachtung wird schwieriger. Dazu kommen unkontrollierter Zugang von Dorfbewohnern, Jägern und Wilderern, sinkende Bestände wichtiger Arten und der Gedanke, Tiere wieder auszusetzen. Ein Zuchtprogramm für den Banteng befand sich 2017 in einem frühen Stadium. Wer den Park besucht, hilft ihm, indem er auf den Wegen bleibt, nichts füttert und keinen Müll hinterlässt.
Wann ist die beste Reisezeit für den Baluran?
Die Regenzeit dauert von November bis April, am stärksten ist sie im Dezember und Januar. Dann gibt es viele Wasserstellen, aber Banteng und Wildrinder bleiben eher im Wald. Die Trockenzeit reicht von April bis Oktober; dann ist Wasser knapp. Eine einzige beste Jahreszeit lässt sich nicht nennen: In der Regenzeit sind die Wege schwieriger und die Tiere verstreut, in der Trockenzeit ist die Savanne offener und trockener. Vergleiche die Hinweise zum Klima auf der Seite Klima und die Übersicht Beste Reisezeit nach Regionen.
Was erwartet dich bei der Besichtigung?
Am Eingang meldest du dich an und fährst dann mit dem Fahrzeug über eine befestigte Straße durch den Wald nach Bekol und Bama. Ein Parkbüro, einfache Unterkünfte, Aussichtspunkte und Rangerbegleitung sind vorhanden; frage vor der Anreise beim Parkbüro nach den aktuellen Regeln und Öffnungszeiten. Zu den Reisetipps für Selbstfahrer gehört auch ein Blick auf die Seite Straßenverkehr: Die Parkstraße ist so schmal, dass du Gegenverkehr einplanen musst, und im Gelände helfen ein Geländewagen und ein ortskundiger Fahrer.
Wie kommst du zum Baluran-Nationalpark?
- Von Surabaya: etwa sechs Stunden auf der Nordküstenstraße über Pasuruan, Probolinggo und Situbondo. Mehr zur Stadt unter Surabaya.
- Von Situbondo: rund 60 Kilometer bis Bangandengan an der Straße Richtung Banyuwangi.
- Von Banyuwangi: rund 35 Kilometer bis Batangan, danach zwölf Kilometer bis Bekol.
- Mit dem Flugzeug: Banyuwangi hat einen Flughafen mit Verbindungen von Surabaya und Denpasar auf Bali.
Der Zugang liegt an der Hauptstraße: Biege vor dem Dorf Wongsorejo links ab und folge dem Schild zum Besucherzentrum, dem Eingangstor des Parks. Nimm nicht die Straße weiter nach Osten Richtung Bilik. Wer von Banyuwangi kommt, kann den Ausflug mit dem Vulkan Ijen verbinden, und wer von Bali übersetzt, findet unter Bali Tipps zur Weiterreise. Für den Vulkan Bromo weiter westlich lohnt sich eine eigene Etappe.
Häufige Fragen zu Baluran
Wo liegt der Baluran-Nationalpark?
Im Nordosten Javas im Landkreis Situbondo, an der Straße zwischen Situbondo und Banyuwangi.
Seit wann ist Baluran ein Nationalpark?
Seit 1980. Als Wildreservat wurde das Gebiet bereits 1937 von der niederländischen Kolonialverwaltung eingerichtet.
Welche Tiere leben im Baluran?
26 Säugetierarten, darunter Banteng, Wasserbüffel, Muntjak, Rusa-Hirsch und Leopard, sowie 155 Vogelarten, etwa Pfau, Bankivahuhn und Nashornvögel.
Wann reist du am besten?
Die Regenzeit dauert von November bis April, die Trockenzeit von April bis Oktober. In der Regenzeit gibt es viele Wasserstellen, die Tiere bleiben aber eher im Wald.
Wie kommst du von Banyuwangi in den Park?
Rund 35 Kilometer bis Batangan, danach zwölf Kilometer bis zur Savanne von Bekol, insgesamt etwa 45 Minuten für den letzten Abschnitt.
Kann ich im Baluran schnorcheln?
An der Bama-Bucht ist Schnorcheln möglich. Halte Abstand zu den Makaken im angrenzenden Mangrovenwald und füttere sie nicht.
Java und Bali verbinden? Vergleiche Angebote mit Flug und Hotel und kombiniere Savanne, Vulkane und Strand. Weitere Hinweise zum Park findest du auf der Seite des Tourismusministeriums zum Baluran-Nationalpark.