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Kalimantan (Borneo)

Kalimantan ist der indonesische Teil der riesigen Insel Borneo – ein grünes Reich aus undurchdringlichem Regenwald, mächtigen Flüssen und einer der letzten großen Wildnisse Asiens. Berühmt ist Kalimantan vor allem für seine wild lebenden Orang-Utans, die man von traditionellen Hausbooten aus im Dschungel beobachten kann.

LageSüd- und Ostteil Borneos – der indonesische Anteil (rund zwei Drittel der Insel)
HighlightTanjung-Puting-Nationalpark: Orang-Utans + Flussfahrten im Klotok-Boot
Weitere ZieleDerawan-Inseln (Tauchen), Banjarmasin (schwimmende Märkte), Dayak-Kultur
TierweltBorneo-Orang-Utans, Nasenaffen, Nebelparder
Beste Reisezeittrockenere Monate etwa Mai bis September
AnreiseFlüge nach Pangkalan Bun, Balikpapan, Banjarmasin oder Berau
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Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt und teilt sich auf drei Länder auf; der weitaus größte, südliche Teil gehört als Kalimantan zu Indonesien. Hier dominiert der tropische Regenwald, durchzogen von breiten, braunen Flüssen, die seit jeher die wichtigsten Verkehrswege sind. Statt großer Touristenzentren erwarten dich Dschungel, Dayak-Dörfer und eine Tierwelt, die anderswo längst verschwunden ist. Wegen der Weite und der einfachen Infrastruktur ist Kalimantan ein Ziel für Reisende mit Abenteuerlust – die Belohnung ist eine der intensivsten Naturerfahrungen, die Indonesien zu bieten hat. Einen Überblick über alle Regionen des Archipels bietet unsere Seite zu Indonesiens Inseln.

Wo sieht man die Orang-Utans in Kalimantan?

Das mit Abstand beliebteste Ziel ist der Tanjung-Puting-Nationalpark in Zentral-Kalimantan. Von der Hafenstadt Kumai aus fährt man auf einem traditionellen Hausboot, dem Klotok, gemächlich den Fluss Sekonyer hinauf, übernachtet an Deck unter dem Sternenhimmel und besucht unterwegs mehrere Auswilderungsstationen. Die berühmteste ist Camp Leakey, wo halbwilde Orang-Utans zur Fütterung an die Plattformen kommen. Auf der Flussfahrt entdeckt man zudem die skurrilen Nasenaffen, Makaken, Warane und unzählige Vögel. Diese mehrtägige Bootstour durch den Dschungel gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen einer Indonesien-Reise und ist der eigentliche Grund, warum die meisten Reisenden nach Kalimantan kommen. Wer Orang-Utans auch auf Sumatra erleben möchte, findet sie im Norden der Nachbarinsel Sumatra.

Eine typische Klotok-Tour dauert zwei bis drei Tage. Tagsüber gleitet das Boot durch den dichten Uferwald, immer wieder taucht ein Orang-Utan in den Bäumen auf oder eine Gruppe Nasenaffen springt von Ast zu Ast. An den Fütterungsstationen erlebt man die Tiere aus nächster Nähe, ohne sie zu stören. Abends ankert das Klotok am Flussufer, die Crew kocht frisch, und über dem Dschungel spannt sich ein unglaublicher Sternenhimmel, während Zikaden und Frösche ein ohrenbetäubendes Konzert geben. Genau diese Mischung aus Tierbeobachtung und einfachem Leben auf dem Fluss macht den besonderen Zauber von Tanjung Puting aus.

Welche weiteren Ziele gibt es in Kalimantan?

Neben Tanjung Puting hat Kalimantan einiges zu bieten. Im Osten locken die Derawan-Inseln mit erstklassigem Tauchen und Schnorcheln: Hier gibt es Meeresschildkröten, Mantarochen und auf der Insel Kakaban einen See voller harmloser, quallenartiger Bewohner. Im Süden ist die Flussstadt Banjarmasin für ihre schwimmenden Märkte bekannt, auf denen Händlerinnen im Morgengrauen vom Boot aus ihre Waren verkaufen. Wer tiefer in die Kultur eintauchen möchte, reist den mächtigen Mahakam-Fluss hinauf zu den Dörfern der Dayak oder erkundet die Bergregion Loksado mit ihren Bambusfloß-Fahrten. So unterschiedlich diese Ziele sind, eint sie der Charakter des Ursprünglichen, der Kalimantan von den bekannteren Inseln abhebt.

Wer sind die Dayak?

Als Dayak werden die indigenen Völker im Inneren Borneos zusammengefasst – eine Vielzahl von Gruppen mit eigenen Sprachen, Bräuchen und Kunsthandwerk. Traditionell lebten viele in langen Gemeinschaftshäusern, den Longhouses, die ganze Großfamilien beherbergten. Bekannt sind die Dayak für ihre kunstvollen Schnitzereien, Tätowierungen und Tänze sowie für ihre tiefe Verbindung zum Wald, der ihnen Nahrung, Medizin und spirituelle Heimat ist. Wer den Mahakam oder andere Flüsse bereist, kann Dörfer besuchen und etwas vom reichen kulturellen Erbe dieser Völker erleben. Ein respektvoller Umgang und die Begleitung durch lokale Guides sind dabei selbstverständlich – sie öffnen Türen und sorgen für authentische Begegnungen.

Wann ist die beste Reisezeit für Kalimantan?

Kalimantan liegt am Äquator und ist ganzjährig feucht und warm; echte Trockenzeiten sind weniger ausgeprägt als im Süden Indonesiens. Als beste Reisezeit gelten dennoch die trockeneren Monate von etwa Mai bis September, in denen die Flusspegel gut befahrbar sind und es seltener regnet. In der regenreicheren Zeit kann der Dschungel besonders üppig, aber auch schwerer zugänglich sein. Da das Wetter im Regenwald ohnehin unbeständig ist, gehören kurze Schauer einfach dazu – wichtiger als der perfekte Monat sind gutes Schuhwerk, Mückenschutz und etwas Gelassenheit. Mehr zur jahreszeitlichen Planung findest du auf unserer Seite zur besten Reisezeit nach Region.

Wie reist man in Kalimantan?

Die Anreise erfolgt per Inlandsflug: nach Pangkalan Bun für Tanjung Puting, nach Balikpapan als großem Drehkreuz im Osten, nach Banjarmasin im Süden oder nach Berau/Tarakan für die Derawan-Inseln. Vor Ort sind die Flüsse die Hauptverkehrsadern – vieles erreicht man nur per Boot. Für Tanjung Puting bucht man ein mehrtägiges Klotok-Paket inklusive Crew, Verpflegung und Guide, das alles organisiert. Überlandstraßen sind im Aufbau, aber noch lückenhaft, weshalb sich Reisen in Kalimantan eher auf einzelne Regionen konzentrieren. Bemerkenswert: In Ost-Kalimantan entsteht derzeit mit Nusantara die neue Hauptstadt Indonesiens, die langfristig Jakarta ablösen soll – ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Region wandelt.

Wo übernachtet man in Kalimantan?

Die beliebteste „Unterkunft“ ist das Klotok selbst: Auf der mehrtägigen Tour durch Tanjung Puting schläft man an Bord unter einem Moskitonetz auf dem Oberdeck – einfach, aber unvergesslich. In der Hafenstadt Kumai und im nahen Pangkalan Bun gibt es einfache Hotels für die An- und Abreisenächte. Auf den Derawan-Inseln im Osten reihen sich Tauchresorts und Strandbungalows aneinander, in Banjarmasin und Balikpapan findest du komfortablere Stadthotels. Insgesamt ist das Angebot in Kalimantan überschaubarer und schlichter als auf Bali, was zum Abenteuercharakter der Region passt. Wer eine Klotok-Tour bucht, sollte das frühzeitig tun, da die Zahl der Boote und erfahrenen Crews begrenzt ist – besonders in der Hauptsaison.

Welche Kalimantan-Route lohnt sich?

Für den Einstieg genügt eine kompakte Reise: Flug nach Pangkalan Bun, drei bis vier Tage Klotok-Tour durch den Tanjung-Puting-Nationalpark und zurück – ein rundes, intensives Naturerlebnis in unter einer Woche. Wer mehr Zeit und Tauchinteresse hat, ergänzt die Derawan-Inseln im Osten, während Kulturreisende den Mahakam oder die schwimmenden Märkte von Banjarmasin ansteuern. Kalimantan lässt sich gut als Naturbaustein in eine größere Indonesien-Rundreise einbauen, etwa in Kombination mit Sulawesi oder Java. Wegen der Distanzen und der einfachen Infrastruktur solltest du nicht zu viel auf einmal planen, sondern dem langsamen Rhythmus des Regenwaldes Raum geben. Passende Angebote mit Flug und Hotel findest du über die Reise-Suche oben auf der Seite.

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