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West-Bali-Nationalpark: Menjangan, Bali-Star und Savanne

Der West-Bali-Nationalpark liegt an der Nordwestspitze Balis und umfasst rund 190 Quadratkilometer Land und Meer. Auf kleinem Raum wechseln Mangroven, Monsunwald, Savanne und Korallenriffe einander ab. Hier lebt der weiße Bali-Star, den es in freier Natur nur noch an wenigen Orten gibt, und vor der Küste liegt die Tauchinsel Menjangan.

LageNordwestspitze Balis, Landkreise Jembrana und Buleleng
Größerund 190 Quadratkilometer, Land und Wasserfläche zusammen
LebensräumeMangroven, Monsunwald, Savanne, Korallenriffe
Vögelmehr als 160 Arten, darunter der Bali-Star
ParkbürosCekik (Verwaltung, südlich von Gilimanuk) und Labuan Lalang (Boote nach Menjangan)
Anfahrtab Gilimanuk-Hafen etwa 15 Minuten, ab Lovina etwa 90 Minuten, ab Pemuteran etwa 15 Minuten
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Wer Bali nur von den Reisterrassen um Ubud und den Stränden im Süden kennt, sieht im Nordwesten eine andere Insel: trockener, weiter und viel stiller. Die Landschaft erinnert streckenweise an Ostafrika, mit Akazien, offenem Gras und Hirschen, die am Waldrand äsen. Auf dieser Seite erfährst du, was den Park ausmacht, wie du den Bali-Star findest, wo sich das Tauchen und Schnorcheln lohnt und wie du den Besuch in eine Bali-Reise einbaust.

Was ist der West-Bali-Nationalpark und wo liegt er?

Der West-Bali-Nationalpark (indonesisch Taman Nasional Bali Barat) ist das größte Schutzgebiet der Insel. Die Wurzeln des Schutzes reichen bis 1941 zurück; die heutige Fläche beträgt rund 19.000 Hektar, das sind gut 190 Quadratkilometer. Davon liegt der größere Teil an Land, ein kleinerer im Meer. Der Park gehört zu den Landkreisen Jembrana und Buleleng und umfasst unter anderem die Halbinsel Prapat Agung, die nach Norden in die Balisee ragt, sowie Land um Gilimanuk, Cekik und Banyuwedang.

Gilimanuk ist der wichtigste Fährhafen zwischen Java und Bali. Jeder, der auf dem Landweg von Ijen oder aus Ostjava anreist, kommt also fast zwangsläufig am Park vorbei. Das macht den Nationalpark zu einem naheliegenden ersten oder letzten Halt einer Reise. Von Gilimanuk dauert die Fahrt zum Parkgebiet etwa eine Viertelstunde. Aus Lovina im Norden brauchst du rund anderthalb Stunden, aus Pemuteran nur etwa 15 Minuten. Von Denpasar im Süden rechnest du je nach Verkehr mit drei bis fünf Stunden.

Die Verwaltung sitzt in Cekik, kurz südlich von Gilimanuk. Ein zweites Büro liegt in Labuan Lalang an der Nordküste, von wo die Boote nach Menjangan ablegen. Zwischen beiden Orten steht an der Straße die Station Sumber Klampok, die als Stützpunkt der Ranger dient. Alle Besucher melden sich in einem der Büros an, holen Auskünfte und Genehmigungen ein und buchen Führer.

Welche Lebensräume und Tiere gibt es im Park?

Das Besondere am Park ist der Wechsel auf engem Raum. An der Küste wachsen Mangroven, deren Stelzwurzeln bei Flut im Wasser stehen und bei Ebbe den Schlamm freigeben. Dahinter folgen Küstenwald und trockene Savanne mit Akazien und Gräsern, und auf den Hügeln stehen Monsunwald und Regenwald. In der Trockenzeit werfen viele Bäume ihr Laub ab, und die Savanne färbt sich gelb; in der Regenzeit ist alles grün. Vor der Küste liegen Riffe, die zum Park gehören.

In dieser Mischung leben mehr als 100 Tierarten. Zu den Säugetieren gehören der Banteng, ein wildes Rind, sowie der Javaneraffe, der Lutung, Wildschwein, Muntjak und Hirsche; auf der Insel Menjangan sind die Hirsche namensgebend, denn „Menjangan“ bedeutet auf Indonesisch Hirsch. Dazu kommen Warane, Meeresschildkröten wie die Echte Karettschildkröte und Flughunde. Am stärksten ist die Vogelwelt: Mehr als 160 Arten sind nachgewiesen, darunter Schlangenweihe, Eisvögel, Störche und der Java-Spatz.

Für Wanderer bedeutet das: Der Park ist kein Ort für lange Gipfeltouren, sondern für kurze, gut geführte Gänge am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Tiere aktiv sind. Mittags ist es in der Savanne heiß und still. Wer Tiere sehen möchte, geht mit einem Führer aus dem Parkbüro oder aus einem der Dörfer am Rand. Die Führer kennen die Wechsel der Tiere und die Pfade, die in der Regenzeit schlammig sind. Feste Schuhe, lange Hosen, Wasser und Sonnenschutz gehören ins Gepäck; ein Fernglas lohnt sich mehr als jede zweite Kameralinse.

Mangrovenwurzeln im ruhigen Wasser einer Bucht im West-Bali-Nationalpark

Warum ist der Bali-Star so selten?

Der Bali-Star (Leucopsar rothschildi, indonesisch Jalak Bali) ist ein etwa 25 Zentimeter großer Vogel mit weißem Gefieder, schwarzen Spitzen an Flügeln und Schwanz, einem weißen Federschopf und blauer Haut rund um die Augen. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Entdeckt wurde er am 24. März 1911 bei Bubunan, rund 50 Kilometer von Singaraja entfernt; beschrieben hat ihn 1912 Walter Rothschild, nach dem er benannt ist. Er kommt von Natur aus nur auf Bali vor.

Der Grund für die Seltenheit ist schlicht der Mensch. Die Vögel bauen ihre Nester offen, und weil sie schön aussehen und singen, waren sie als Käfigvögel begehrt. Der Fang für den Handel und der Verlust von Wald haben den Bestand so weit reduziert, dass Anfang der 2000er-Jahre weniger als zehn Tiere in freier Natur lebten, alle im Nationalpark. Seitdem werden Vögel aus Zuchtprogrammen ausgewildert, und der Park betreibt gemeinsam mit Partnern Zucht und Überwachung. Wilderei bleibt ein Problem, deshalb lohnt sich der Weg mit einem Führer aus dem Parkbüro.

Frei fliegende Vögel zu sehen, ist Glückssache. Die besten Chancen hast du früh am Morgen und mit einem Führer. Zusätzlich zeigen Zucht- und Auswilderungsstationen, etwa im Dorf Sumber Klampok am Rand des Parks, die Tiere aus der Nähe. Dort erfährst du auch, wie die Zucht abläuft und warum Käfigvögel in der Natur kaum eine Chance haben. Wer ein Bali-Star-Pärchen in einem Käfig angeboten bekommt, sollte wissen: Die Art ist international streng geschützt, der Handel mit wild gefangenen Tieren ist verboten.

Wie tauchst und schnorchelst du bei Menjangan?

Die Insel Menjangan liegt vor der Küste und gehört zu den bekanntesten Tauchplätzen Balis. Die Südseite fällt in steilen Wänden ab, an der Nordseite wachsen besonders schöne Riffe. Es gibt keine gefährlichen Strömungen, was den Platz auch für Anfänger und für Schnorchler geeignet macht. Im Riffgebiet des Parks wachsen mehr als 100 Korallenarten,; dazwischen schwimmen bunte Riffbewohner und Schildkröten.

Die Boote nach Menjangan fahren von Labuan Lalang ab, andere Zugänge führen über Orte an der Küste wie Pemuteran oder Banyuwedang. Du bezahlst die Überfahrt und die Parkgebühren im Büro oder über den Veranstalter; informiere dich vor der Reise über die aktuellen Gebühren bei der Parkverwaltung, denn sie ändern sich. Die meisten Tauchbasen aus Pemuteran und Lovina bieten Tagesausflüge mit zwei Tauchgängen an. Wer nur schnorchelt, nimmt ein Boot ab Labuan Lalang und bleibt einige Stunden auf der Insel oder an den Riffen davor.

Auf der Insel selbst stehen Tempel, die weiter von Gläubigen genutzt werden. Verhalte dich dort ruhig, bedecke Schultern und Knie und betritt heilige Bereiche nicht ohne Erlaubnis. Auch unter Wasser gilt: nichts anfassen, nichts mitnehmen, Abstand zu Schildkröten halten. Weitere Tauchziele Indonesiens findest du auf der Seite Tauchen in Indonesien.

Korallenriff mit Rifffischen an der Tauchinsel Menjangan vor der Nordwestküste Balis

Wie kommst du hin und wie planst du den Besuch?

Am einfachsten reist du mit einem Fahrer oder einem Mietwagen an, denn öffentliche Verbindungen in den Nordwesten sind dünn. Die Strecke von Denpasar führt auf der Hauptstraße nach Westen und dauert drei bis fünf Stunden. Wer aus dem Norden kommt, fährt von Lovina über die Küstenstraße. Wer mit der Fähre aus Java kommt, ist in Gilimanuk bereits am Park. Das spart Zeit, wenn du ohnehin Bali von Westen her erreichst.

Plane mindestens einen halben Tag für den Park ein, besser einen ganzen. Ein sinnvoller Ablauf: früh am Morgen eine Wanderung mit Führer in der Savanne oder an der Küste, dann Mittagspause im Schatten, am Nachmittag Schnorcheln an der Küste oder ein Boot nach Menjangan. Wer taucht, bucht die Boote am Vortag und beginnt früh. Übernachten kannst du im Nordwesten, etwa in Pemuteran oder Lovina, oder in einer der wenigen Unterkünfte am Rand des Parks.

Die Trockenzeit dauert etwa von April bis Oktober. In dieser Zeit sind die Wege fest, die Savanne ist offen und die Tiere kommen zu den verbleibenden Wasserstellen. In der Regenzeit sind die Pfade schlammig, dafür ist alles grün. Ein Besuch ist das ganze Jahr möglich, wenn du dich auf das Wetter einstellst. Allgemeine Hinweise zu den Jahreszeiten findest du unter beste Reisezeit nach Regionen. Eintrittsgebühren, Öffnungszeiten und Bootspreise ändern sich; kläre sie vorab bei der Parkverwaltung oder über deinen Veranstalter.

Was kannst du in der Umgebung in Jembrana sehen?

Der Landkreis Jembrana rund um den Park ist touristisch kaum erschlossen und gerade deshalb reizvoll. In Gilimanuk zeigt ein Museum Funde zur Vorgeschichte der Insel. Der Strand von Medewi mit schwarzem Sand ist unter Surfern für lange, gleichmäßige Wellen bekannt, bei Perancak liegen Fischerboote am ruhigen Strand, und durch die Mangroven dort führen Bootstouren. In Jembrana wird außerdem das Büffelrennen Makepung ausgetragen, eine Tradition der Region. Der Wasserfall Blahmantung stürzt rund 100 Meter in die Tiefe und ist der höchste im Landkreis; der Tempel Pura Rambut Siwi wurde im 16. Jahrhundert gegründet.

Von Denpasar braucht man in diesen Landkreis etwa drei Stunden. Wer die Gegend ernsthaft kennenlernen will, bleibt eine Nacht und fährt am nächsten Tag weiter nach Norden oder Süden. Für ein Reiseprogramm passt der Park gut zur Reise von Ostjava nach Bali: Nach dem Besuch des Kratersees am Ijen oder der Savanne im Baluran-Nationalpark setzt du mit der Fähre über und erlebst auf Bali ein ähnliches Bild, nur mit Korallenriffen davor. Danach geht es zu den Tempeln und Reisfeldern im Inselinneren, zum Beispiel nach Bedugul.

Für wen lohnt sich der Park?

Der Nationalpark lohnt sich für alle, die Bali jenseits der Strände und Tempel sehen wollen: Vogelbeobachter, Taucher und Schnorchler, Fotografen und Familien mit Kindern, die gern draußen sind. Wer auf der Reise zwischen Java und Bali pendelt, hat den Park ohnehin am Weg. Weniger geeignet ist er für Reisende, die ausschließlich Strand und Spa suchen oder nur wenige Tage Zeit haben; sie verlieren durch die lange Anfahrt viel Zeit. Wer neben der Tierwelt weitere Schutzgebiete Indonesiens sucht, findet sie auf der Seite Nationalparks in Indonesien, die Tierwelt des Landes im Überblick unter Tiere in Indonesien.

Häufige Fragen zum West-Bali-Nationalpark

Wo liegt der West-Bali-Nationalpark?

Im äußersten Nordwesten Balis, in den Landkreisen Jembrana und Buleleng, nahe dem Fährhafen Gilimanuk.

Wie groß ist der Park?

Rund 190 Quadratkilometer, also etwa 19.000 Hektar, Land und Meer zusammen.

Wo sehe ich den Bali-Star?

Am besten früh morgens mit einem Führer im Park, außerdem in Zucht- und Auswilderungsstationen am Parkrand, etwa in Sumber Klampok.

Von wo fahren die Boote nach Menjangan?

Von Labuan Lalang an der Nordküste, weitere Zugänge führen über Orte wie Pemuteran.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Die Trockenzeit von April bis Oktober, weil die Wege fest sind und die Savanne offen ist.

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